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High Debate: Politik & Gesellschaft: Besonderheiten kommunikativer Prozesse: Archivieren bis zum 4. Juni 2000
  

Jasmin

Freitag, den 02. 06. 2000 - 23:34 Click here to edit this post
Ein Grund ist ganz sicher die selektive Wahrnehmung bei selektierten Themen: Nicht jeder ist gleichstark in allen Foren bei allen Themen aktiv.

Diego ist ein Rassist? - Den Eindruck hatte ich nicht. Jedenfalls hat er nichts gegen Afrikaner. Eher eine nachhaltige Abneigung gegen europäische Kolonisten. - Aber das ist nur meine Wahrnehmung.
Weil es gerade das Thema ist, daß ich mit ihm ausfechte. - Wie gesagt, selektive Wahrnehmung bei eingegrenzter Themenauswahl.

Bleo? Hm - mir scheint er fühlt sich in seiner Wahlheimat ganz wohl. Und bisher habe ich keine rassistischen Äußerungen von ihm gelesen. Und ich denke, daß nicht jder, der eine saloppe Kritik an einer anderen Nationalität rausläßt gleich ein Neonazis ist.

Es ist leicht die Menschen in "gut" und "böse" einzuteilen. Diejenigen, die sich da durch die Welt begegnen - und vielleicht nicht alles kritiklos sehen, nehmen vielleicht schon ein paar mehr Grautöne wahr. Es ist leicht, wenn man selbst nicht seine 4 Wände verläßt und sich der Wechselwirkung unterschiedlichster nationalen "Charaktere" aussetzt, ein korrektes und spießiges Weltbeild zu konstruieren. Fest verankert. Und sich auf die seite der "Guten" schlagend. Nie herausgefordert, an seinem eigenen Weltbild mal zu rütteln und es in Frage zu stellen. Nicht generell, aber vielleicht mal in einer winzigen Kleinigkeit.

Und mal ganz ehrlich: Ich bin kein Rassis. Aber ich komme mit den Japanern nicht zurecht. Oder bin ich doch ein Rassist? - Mit den Thais habe ich aus so meine ganz persönlichen Probleme - die ich sicher - selbstverständlich im Negativ - beschreiben könnte. - Doch, wahrscheinlich bin ich ein Rassist. Und gerade kürzlich habe ich festgestellt, daß die Zigeuner die allergrößten Rassisten sind. - Oh Mann - ich bin ein schlechter Mensch. Sowas darf man garnicht laut sagen. Oder denken.

Wie war das eigentlich noch mal, mit den Antisemiten? Was bei mir hängen geblieben ist, war ganz besonders ein Merkmal: Sie haben ihren Opfern das Denken verboten. Das Reden und das Handeln. Vor allem aber eine eigene Meinung.

Echte Nazis haben sich in den Foren nie so richtig hinter kleinen Anekdoten versteckt. Faethe war ein schrilles Beispiel. Bleo und Diego = Faethe? Das ist ja Stoff für ein neues Forum hier: Verschwöhrungstheorien.

Und noch etwas: Es geht darum Grenzen zu setzten?
Hm - Grenzen werden den Leuten am Besten direkt gesetzt. Und nicht hinter ihrem Rücken. Das gäbe ihnen zumindest noch die Möglichkeit, Stellung zu beziehen. Und sich zu erklären. Wo bitte werden hier Grenzen gesetzt?

  

Steven Bollinger

Freitag, den 02. 06. 2000 - 23:43 Click here to edit this post
Ich bin kein Rassis. Aber ich komme mit den Japanern nicht zurecht...


Usw. Naja, soll ich das gleich ins 'Forum der kaputten Zitaten' schleppen?

  

Steven Bollinger

Freitag, den 02. 06. 2000 - 23:47 Click here to edit this post
(Ja Jasmin, Du bist ein Rassist, ja, das, was Du schreibst, ist rassistisches Denken, das ist ein Musterbeispiel dafuer.)

(Noch ein auftuender Abgrund.)

  

Annette Schneider

Samstag, den 03. 06. 2000 - 00:35 Click here to edit this post
Also Jasmin,

ich schätze Deine Beiträge normalerweise.

Diesen allerdings nicht auch nur im Ansatz.

Es ist leicht die Menschen in "gut" und "böse" einzuteilen.
Tust Du das?

Diejenigen, die sich da durch die Welt begegnen - und vielleicht nicht alles kritiklos sehen, nehmen vielleicht schon ein paar mehr Grautöne wahr.
Grautöne wahrnehmen - das könnte von mir sein.

Kritik allerdings: Was war das nochmal: Stereotypes Rumgeplotze?

Es ist leicht, wenn man selbst nicht seine 4 Wände verläßt und sich der Wechselwirkung unterschiedlichster nationalen "Charaktere" aussetzt, ein korrektes und spießiges Weltbeild zu konstruieren. Fest verankert. Und sich auf die seite der "Guten" schlagend. Nie herausgefordert, an seinem eigenen Weltbild mal zu rütteln und es in Frage zu stellen. Nicht generell, aber vielleicht mal in einer winzigen Kleinigkeit.
Mhm. Nationale Charaktere. Aber Hauptsache Du - sieht die Grautöne.

(Die eigenen Wände - die verläßt Du natürlich. Alle anderen wissen nicht, wovon sie reden.)

(Vielleicht solltest Du Dein Weltbild revidieren. Aber gründlich.)

(Darf ich fragen: Wo hast Du Deine multikulti Erfahrungen gemacht. In Chinatown? Im Tourismus? Sorry. Anders kann ich die nachfolgend beschriebenen Dummheiten nicht interpretieren.)

Und mal ganz ehrlich: Ich bin kein Rassis. Aber ich komme mit den Japanern nicht zurecht. Oder bin ich doch ein Rassist? - Mit den Thais habe ich aus so meine ganz persönlichen Probleme - die ich sicher - selbstverständlich im Negativ - beschreiben könnte. - Doch, wahrscheinlich bin ich ein Rassist. Und gerade kürzlich habe ich festgestellt, daß die Zigeuner die allergrößten Rassisten sind. -
Oh Mann - ich bin ein schlechter Mensch.
Du bist sogar sicher eine Rassistin. Und scheinst ein Problem damit zu haben.

(Oma setzt sich mit ihrem Rassismus auseinander. Schrieb sie gestern im Antroposophieforum. Wenn ich das richtig las.)

(Ist mir völlig unverständlich, wie ein denkender Mensch so einen Unsinn schreiben kann.)

Sowas darf man gar nicht laut sagen.
Oder denken.
Mhm. Hauptsache Du kennst den Unterschied? Zwischen denken? Und reden?

Wie war das eigentlich noch mal, mit den Antisemiten? Was bei mir hängen geblieben ist, war ganz besonders ein Merkmal: Sie haben ihren Opfern das Denken verboten.
Also Denken: Das hat mir noch nie jemand verboten. Und das wird auch niemand schaffen.

Das Reden und das Handeln. Vor allem aber eine eigene Meinung.
Für das Wissen, was mit Meinungsfreiheit gemeint ist, reicht ein einfacher Blick ins Grundgesetz. Was hat das mit der Diskussion hier zu tun?

Auch ist das von Dir Beschriebene nicht das, was einen Antisemiten ausmacht.

(Tut mir leid. Deinen Beitrag finde ich eine außerordentlich schwache Nummer. Außerordentlich schwach.)

  

Jasmin

Samstag, den 03. 06. 2000 - 01:33 Click here to edit this post
Gut gebrüllt - Ihr "Löwen" ...*g*

  

Jasmin

Samstag, den 03. 06. 2000 - 03:22 Click here to edit this post
(und jetzt noch mal mit ein bißchen mehr Zeit - zum Entsetzen einiger, wahrscheinlich..:-)

Steven:

"Ich bin kein Rassis. Aber ich komme mit den Japanern nicht zurecht...

Usw. Naja, soll ich das gleich ins 'Forum der kaputten Zitaten' schleppen? "

Schalte Dein Hirn ein. Unabhängig. Es gab mal eine Zeit, da hast Du Ironie sehr wohl verstanden.

Denn bei Dir scheint sich einiges inzwischen getan zu haben:

"(Noch ein auftuender Abgrund.) "

Noch? - Mir fehlt der Sprung zu Deinem letzten leidenschaftlichen Geständis, daß Du mich für intelligent hälst. Na? Was ist passiert in der Zwischenzeit, als wir gar keinen Austausch hatten?

Annette:

"Kritik allerdings: Was war das nochmal: Stereotypes Rumgeplotze? "

Erkläre mir doch bitte, warum stereotyp? Was ist mir in der Zwischenzeit entgangen?

"Du bist sogar sicher eine Rassistin. Und scheinst ein Problem damit zu haben. "

Ganz sicher.... und irgendwie scheint mir, hast Du darauf gewartet.

"Du bist sogar sicher eine Rassistin. Und scheinst ein Problem damit zu haben. "

Ich nicht. Nicht solange ich frei äußern darf, womit ich ein Problem habe. Z.B. mit Mangel an Erkenntnis für Ironie.

In diesem Forum sind alle so sagenhaft "sauber". Alle haben ein wahnsinniges Verständnis für alle Nationalitäten. Mal eine Frage: Hast Du schon mal mit anderen Nationalitäten zusammengearbeitet? Geht Deine Vostellungswelt über

"In Chinatown? Im Tourismus? "

hinaus?

Und noch eine Frage: Wie kommst Du darauf? Hatte ich Dir das schon mal erzählt, was ich eigentlich mache? Nein? - Hm - da gibt es einen Begriff für: "One-way-information". Was meinst Du - ob es das trifft?

Dann möchte ich Deinen Informationsstand erweitern: Ich arbeite nicht nur. Auch wenn das immer wieder ein interessanter Aspekt in den Begegnungen mit fremden Kulturen ist. Aber traue es mir zu: Ich bin auch "privat" mit fremden Kulturen zusammen. Damit ziehe ich vielleicht mit Dir gleich: Auch mein Kenntnisstand geht über "Chinatown" hinaus.

"Du bist sogar sicher eine Rassistin. "

Sicher. Und wenn ich einige Deutsche "zum Kotzen" finde, dann auch.

"Und scheinst ein Problem damit zu haben. "

Wenns um's Business geht: Ja. Du glaubts garnicht, wie schwierig es ist, trotzdem gute Mine zum bösen Spiel zu machen. Oder doch? Stell Dir einfach vor, wir müßten ein Geschäft abwickeln. Nach diesem Schlagabtausch. Das wäre in der Tat ein Problem.

"Also Denken: Das hat mir noch nie jemand verboten. Und das wird auch niemand schaffen. "

Du möchtest Dich vergleichen mit den Juden unter Hitler? Klar wärst Du viel mutiger. Du würdest Dir das Denken und Reden nicht verbieten lassen. Du bist schließlich Annette.


"Für das Wissen, was mit Meinungsfreiheit gemeint ist, reicht ein einfacher Blick ins Grundgesetz. "

Für die Zeit, die ich meinte, reichte es leider nicht. - Haken wir es unter "selektiver Wahrnehmung" ab. Du wolltest etwas sehen in meinem Beitrag. Und hast es gesehen. Gemeint war allerdings etwas anderes. Ein schönes Beispiel.

"Tut mir leid. Deinen Beitrag finde ich eine außerordentlich schwache Nummer. "

Mir dann irgendwie auch nicht. Es ist ein Paradebeispiel für dieses Thema: "Besonderheiten kommunikativer Prozesse."

  

Annette Schneider

Samstag, den 03. 06. 2000 - 04:29 Click here to edit this post
Erkläre mir doch bitte, warum stereotyp? Was ist mir in der Zwischenzeit entgangen?
Die Beiträge von Bleo und Diego im Antroposophenstrang.

In diesem Forum sind alle so sagenhaft "sauber".
"Sauber", soso. Wie wäre es mit ernsthaft. Sagen wir, das hat etwas mit biographischer Erfahrung zu tun.

Alle haben ein wahnsinniges Verständnis für alle Nationalitäten.
Ich habe kein Verständnis für Nationalitäten. Nienicht.

(Für Menschen schon.)

Mal eine Frage: Hast Du schon mal mit anderen Nationalitäten zusammengearbeitet?
Mit Menschen anderer Nationalitäten: Ja, täglich.

"In Chinatown? Im Tourismus?"

Wie kommst Du darauf? Hatte ich Dir das schon mal erzählt, was ich eigentlich mache? Nein? - Hm - da gibt es einen Begriff für: "One-way-information".
Es handelte sich um eine Frage meinerseits. (Und ab und zu lese ich Forenbeiträge.)

"Du bist sogar sicher eine Rassistin. "

Sicher. Und wenn ich einige Deutsche "zum Kotzen" finde, dann auch.
Ich wüßte nicht, wo in letzterem Rassismus läge. Außer Du würdest jemanden zum Kotzen finden, weil er deutsch wäre.

"Und scheinst ein Problem damit zu haben. "

Wenns um's Business geht: Ja. Du glaubts garnicht, wie schwierig es ist, trotzdem
gute Mine zum bösen Spiel zu machen. Oder doch?
Tja. Bleibt die Frage, ob das an den Thais liegt.

Stell Dir einfach vor, wir müßten ein Geschäft abwickeln. Nach diesem Schlagabtausch. Das wäre in der Tat ein Problem.
Von meiner Seite keines.

"Also Denken: Das hat mir noch nie jemand verboten. Und das wird auch niemand schaffen."

Du möchtest Dich vergleichen mit den Juden unter Hitler? Klar wärst Du viel mutiger. Du würdest Dir das Denken und Reden nicht verbieten lassen. Du bist schließlich Annette.
Wo tat ich das? Du arbeitest gezielt mit Unterstellungen, die Deine sind.

Du sprachst von Antisemitismus und meintest Nationalsozialismus:

Wie war das eigentlich noch mal, mit den Antisemiten? Was bei mir hängen geblieben ist, war ganz besonders ein Merkmal: Sie haben ihren Opfern das Denken verboten. Das Reden und das Handeln. Vor allem aber eine eigene Meinung.
Hier wurde aber niemandem Nazitum vorgeworfen. Sondern die Verbreitung antisemitischer und rassistischer Äußerungen. Also was ist Dein Argument?

(Und Denken wurde niemandem verboten. Nicht in der NS-Zeit und nicht jetzt. Dieser Einwand ist und war kein rhetorischer. Rassistisch denken ist auch heute niemandem verboten. Sonst säße fast jeder von uns ein.

Wohl aber fordere ich von jedem Menschen, der denken kann, sich mit seinem Rassismus auseinanderzusetzen. Und ihn nicht in Form cooler Sprüche in die (Foren-)welt hinauszutragen.)

Du wolltest etwas sehen in meinem Beitrag. Und hast es gesehen.
Sicher? Oder selektiv wahrgenommen?

Gemeint war allerdings etwas anderes. Ein schönes Beispiel.
Dann wäre es gut, wenn Du anfingst, Deinen vorletzten Beitrag zu erklären.

  

Alexander Virchow

Samstag, den 03. 06. 2000 - 09:20 Click here to edit this post
Hitler und die anderen Antisemiten hätten den Juden das Denken verboten?

Entweder ist das ein Euphemismus für 'umgebracht', da ist dann bei den Opfern sicherlich auch das Denken wegfallend. Oder ich habe Verständnisschwierigkeiten.
Ungeahnter Art.

Tatsächlich ist es kein Problem, mit bestimmten Kulturen nicht zurande zu kommen. Da würden mir viele einfallen. Ob daran etwas rassistisch sein sollte, daß wage ich zu bezweifeln.

Sich allerdings einen Vertreter einer Kultur oder Ethnie herauszupicken, diesen auf Stereotype zu reduzieren, diese Reduktion auf die Kultur oder Ethnie zu verallgemeinern, festzuhalten, dies wären ja Eigenschaften, die dieser Gruppe bereits seit langem zugeschrieben würden, und sich dann hinzustellen und zu sagen. 'Jawoll, ich bin Rassist', daß ist wohl eine etwas andere Angelegenheit.

Im konkreten Fall ist es ein Antisemitismus, der Auschwitz nicht einmal zur Kenntnis genommen hat. Und keine einzige Debatte zum Thema in der Zeit seitdem.

(Und wie ich Jasmin kenne, hat sie keine Ahnung, wovon wir überhaupt reden. Weil sie den Links in der Einleitung, insbesondere dem ersten, gar nicht gefolgt ist. Habe ich recht, Jasmin?)

  

Alexander Virchow

Samstag, den 03. 06. 2000 - 10:00 Click here to edit this post
Bleo? Hm - mir scheint er fühlt sich in seiner Wahlheimat ganz wohl. Und bisher habe ich keine rassistischen Äußerungen von ihm gelesen.

Ich werde den oben verlinkten Beitrag kein weiteres Mal bemühen. Man kann ihn ja lesen.

Aber wie wäre es hiermit?

Ein anderer Bleo

Die Sätze 'Ich kann es nicht' und Ich bin KEIN Rassist' stehen in direktem Widerspruch.

Da möchte einer seine rassistischen Vorurteile pflegen, ohne sich 'Rassist' nennen lassen zu müssen.

Warum, meint er, wäre er keiner?
Weil ' da man nicht alle Suedamerikaner -oder Guarani-Indianer in einen Topf stecken kann . '

Die Tatsache, daß Bleo, so aufgewachsen, genauso wäre, wie jene, die in Armut und ohne Schulausbildung in Paraguay leben, die scheint ihm noch nicht gekommen zu sein.

Es ist der Blick des weißen Herrenmenschen, der sich in dem Ekel, den er beim Blick auf diese jammervollen Gestalten empfindet, erhöht.

Und das mag bei dem Umgang, den er im 'StraßenKino' beschreibt, und der dort mit vielen 'Da capo' gefeiert wurde, auch nicht mehr überraschen.

Das sich im Umfeld dann mit naturgesetzlicher Notwendigkeit Beiträge wie dieser

Ich habe drei Juden kennengelernt, die o.k. waren, ungefaehr 30 andere waren es nicht. Sobald ich mitbekomme, dass jemand Jude ist, erlaube ich mir, einen persoenlichen Mindestabstand einzuhalten. Ursache hierfuer ist die Erfahrung der unerwarteten Distanzlosigkeit; die Herren unseres Planeten denken, alle Nichtjuden seien ihre Sklaven und verhalten sich entsprechend. Genau diese Anmassungen machen mich zum Rassisten, aber weder zum Moerder, noch zum "Antisemiten" im juristischen Sinne. Ich folge daher voellig Bleo's Punkt der Distanz als entsprechende "Problem"-Loesung.

ansiedeln, auch das vermag nicht zu überraschen.

Man schafft halt ein Klima.

  

Jasmin

Samstag, den 03. 06. 2000 - 17:59 Click here to edit this post
"Die Sätze 'Ich kann es nicht' und Ich bin KEIN Rassist' stehen in direktem Widerspruch. "

Er kann sich nicht darüber wegsetzten, daß der Typ sich mit einem Finger in der Nase - mit dem anderen im Hintern rumfummelt, weil es sein Zahnarzt ist. Was bitte soll daran rassistisch sein? Ich hätte da auch ein kleines Problem mit. Na und? - Es war ein Beispiel, wie unterschiedlich unsere "Werte" sind. Wo ist das Problem - außer daß er eine andere Vorstellung davon hat, wie sich Zahnärzte präsentieren sollten?

Ich denke wirklich nicht, daß Bleo ein Rassist ist. Er gibt zu, nicht besonders viele Freunde in Paraguay zu haben, weil die Unterschiede zu groß sind. Das kann wohl passieren, daß solches festgestellt wird, setzt man sich dem "Leben" aus.
Er behauptet ja nicht, daß dort alle Zahnärzte so sind. Es war ein Beispiel - meine Güte.

Der Umgang, den er im Straßenkino beschreibt, waren Szenen, die sich mit Europäern abgespielt haben. Wo ist das Problem? Er beschreibt eine Begebenheit, in der er sich - schulterzuckend - vom Recht verabschieded, obwohl er der Gelackmeierte ist. Weil es in diesen Ländern nun mal so läuft. So what?

" Und wie ich Jasmin kenne, hat sie keine Ahnung, wovon wir überhaupt reden. Weil sie den Links in der Einleitung, insbesondere dem ersten, gar
nicht gefolgt ist. Habe ich recht, Jasmin?"

Nein - da muß ich Dich entäuschen. Du machst es Dir etwas zu einfach. Ich habe alle drei Links gelesen. Nur sehe ich es ganz anders. Aber in einem hast Du teilweise Recht: Ich habe bisher leider keine Ahnung, warum ihr die Beiden - so ganz unter Euch - zu Rassisten abstempelt. Die Links tragen leider nicht zur Aufklärung in Eurem Sinne bei.

Annette:

"Außer Du würdest jemanden zum Kotzen finden, weil er deutsch wäre. "

Ja, auch das ist schon vorgekommen. Im Europaendspiel in London z.B. - als die Deutschen Europameister wurden. Und einige Hundert Fans - den Arm zum Gruße vorgestreckt - die Deutschlandhyme mit Innbrunst trällerten. Die fand ich ganz konkret zum Kotzen, weil sie Deutsche sind.

"Es handelte sich um eine Frage meinerseits. (Und ab und zu lese ich Forenbeiträge.) "

Schade, daß Du Dich nicht im Gambler-Forum gemeldet hast. Wir freuen uns über jeden Mitspieler. Und das es eine ernsthafte Frage war - verzeihung - das willst Du mir nicht einreden. Vielleicht können wir uns darüber einigen, solche Spielchen zu lassen. Denn eigtnlich hatte ich Dich auch als ernsthaft empfunden.

"Sondern die Verbreitung antisemitischer und rassistischer Äußerungen. Also was ist Dein
Argument? "

Das Beispiel der Hochzeit für Rassismus und Antisemitismus: Die Nazis. Das war mein Beispiel. Ob Du's als Argument gelten lassen möchtest, bleibt Dir überlassen.

"Ich habe kein Verständnis für Nationalitäten. Nienicht. (Für Menschen schon.) Mit Menschen anderer Nationalitäten: Ja, täglich. "

Ich werde mich bemühen, nicht mehr umgangssprachlich zu werden, damit weitere Verwirrungen erspart bleiben.

Und Dir gerne erklären, was mich an Japanern verzweifeln läßt: Bis Du in Japan, setzt Du Dich mit einer "Art" von Kastensysthem auseinander. Für jede "Gesellschaftsstufe" gibt es einen eigenen "Sprachumgang". Ausländer fallen aus diesen Systhem heraus. Sprich: Sie sind weniger als die niedrigste Gesellschaftsstufe. Nein Annette - es liegt nicht an DEN Thais, daß ich dort Probleme mit den Gepflogenheiten hatte. Es liegt einfach daran, daß ich nicht nachvollziehen kann, daß diese Form im Geschäft gilt. Entweder ich denke, "diese Menschen sind Barbaren" - und nehme dann gefälligst auch das Geld nicht - oder ich nehme das Geld und passe mich den geschäftsüblichen Gepflogenheiten an und verlasse mein kleines "National-Häuschen".

Eine japanische Reiseleiterin tat mir tatsächlich einmal wahnsinnig leid: Sie hatte mit ein paar Handelsdirektoren die Hölle auf Erden. Sie haben sie behandelt wie einen räudigen Straßenköter. Weil die Achtung eben abhängt von Herkunft und gesellschaftlichem Status. Aber das Mitleid hielt sich dann irgendwie doch noch in Grenzen: Sie hatte ja noch mich, als europäschen Ansprechpartner. Und konnte den Druck - wie sie meinte - weiter geben. Letztendlich aber tat sie mir mehr leid, als ich mir. Sie glaubte nämlich, daß das so richtig ist. Ich nicht. Nein - Annette. Ich muß nicht alle Menschen gut finden. Und bei einigen Nationalitäten (hoffentich meine ich jetzt auch die Menschen) lehne ich strikt die Gepflogenheiten ab.

Und das ich mit DEN Thais in Japan keine Probleme hatte, liegt daran, daß sie mir in Thailand mit wabbelweichen Druck die hand geschüttelt haben. Das ist eine ganz persönliche Abneigung von mir. Und hat rein garnichts zu bedeuten.

Und das es hier jetzt mit den Japanern und Thais so kreuz/quer läuft, das hat was mit Deiner falschen Zusammensetzung meiner Zitate zu tun.

"(Und Denken wurde niemandem verboten. Nicht in der NS-Zeit und nicht jetzt. ")

Na gut. Es wurde in der NS-Zeit das Denken nicht verboten. Nur wurden doch Einige für Ihr Gedankengut - sofern sie nicht rechtzeitig ausgewandert sind, schlicht umgebracht. Besser so?
(Mir ist nur jetzt nicht ganz klar, ob ich tatsächlich etwas völlig Anderes geschrieben habe...)

"Wohl aber fordere ich von jedem Menschen, der denken kann, sich mit seinem Rassismus auseinanderzusetzen. Und ihn nicht in Form cooler Sprüche in die (Foren-)welt hinauszutragen.)"

Hm - was ist dabei, daß sich jeder auf seine Weise mit seinem Rassismus auseinandersetzt? Solange er es denn tut? Problematisch wirds doch erst, wenn die Auseinandersetzung fehlt. Und ein bißchen Selbstbelustigung ist nicht verkehrt. Wir nehmen uns eh schon alle viel zu wichtig und ernst.

  

Jasmin

Samstag, den 03. 06. 2000 - 18:28 Click here to edit this post
P.S.:

"In Chinatown? Im Tourismus?"

Auch wenn ich weiß, daß Deine Frage im Zusammenhang zu meiner Negativäußerung über Japaner rein völlig unernst war, will ich Dir die Antwort nicht schuldig bleiben:

Ich habe diese Erfahrungen in Osaka, Kyoto und Tokyo gemacht. Und in Paris. Bei der Planung und Organisation von Kongressen. Was - außer den Flug- und Hotelbuchungen - eigentlich nicht viel mit Tourismus zu tun hatte.

  

Gudrun

Samstag, den 03. 06. 2000 - 18:47 Click here to edit this post
Ja, auch das ist schon vorgekommen. Im Europaendspiel in London z.B. - als die Deutschen Europameister wurden. Und einige Hundert Fans - den Arm zum Gruße vorgestreckt - die Deutschlandhyme mit Innbrunst trällerten. Die fand ich ganz konkret zum Kotzen, weil sie Deutsche sind.

(Nein, du fandest sie wegen ihres konkreten Benehmens zum Kotzen, nicht wegen ihrer Nationalitaet. Einen Deutschen, der daneben gestanden haette und sich nicht mit den Handlungsweisen gefreut haette, haettest du nicht zum Kotzen gefunden. Oder doch?)

Ich muß nicht alle Menschen gut finden. Und bei einigen Nationalitäten (hoffentich meine ich jetzt auch die Menschen) lehne ich strikt die Gepflogenheiten ab.

Es geht nicht darum, alle Menschen "gut" zu finden. Nicht einmal alle Gepflogenheiten, nur weil sie "national" sind. Ansonsten koennten wir uns unsere Menschenrechte gleich in die Haare schmieren, weil wir dann die Verstuemmelung von Frauen in einigen afrikanischen Staaten als "nationale Gepflogenheit guter Menschen" tolerieren muessten oder als Rassisten dastuenden. Die Frage ist vielmehr, ob ich eine Gruppe Menschen verurteile, weil sie einer bestimmten Nationalitaet und/oder Kultur angehoere, ohne mich mit den Menschen beschaeftigt zu haben, und - naechster Schritt - ob ich, nachdem ich mich mit einer solchen Gruppe beschaeftigt habe, die einzelnen Individuen primaer als Angehoerige dieser Gruppe behandle oder als Individuen, die jedeR fuer sich Respekt als Mensch verdienen, obwohl sie einer Gruppe angehoeren, deren Gepflogenheiten ich ablehne.

Nur wurden doch Einige für Ihr Gedankengut - sofern sie nicht rechtzeitig ausgewandert sind, schlicht umgebracht. Besser so?

Antisemitismus hat nichts mit Gedankengut zu tun, sondern mit kultureller Zugehoerigkeit bzw. der Zuordnung durch andere(de facto ja nicht mal wirklich mit rassischer). Die Verfolgung der Kommunisten war in dem Sinne kein Rassismus (geschweige denn antisemitisch). Die grosse Mehrheit der im Dritten Reich umgebrachten Personen durften denken, was sie wollten, das hat sie weder der Verfolgung ausgesetzt noch sie davor bewahrt.

  

Alexander Virchow

Samstag, den 03. 06. 2000 - 18:52 Click here to edit this post
Jasmin, falsch zitieren kann jede.
Also das ganze nochmal im Kontext, und nicht in der Jasmin-Fassung:

Michaelis:

"Ich stimme zu dass rassistische Neigungen in gewisser Weise jedem Menschen zu eigen sind. Er gehört aber zu dessen Mängeln. "

Bleo:

"Wenn es ein Mangel ( den es zu beheben gilt ) , muesstest du dich ueber oben beschriebenes laechelnd darueber hinwegsetzen koennen .

Ich kann es nicht.... "


Es wird bezweifelt, das Rassismus ein Mangel wäre. Es wird ferner bezweifelt, daß er behoben werden müsse.

(Bist Du nicht die, die 'stolz ist, eine Deutsche zu sein?' Leider scheint die Quelle mit dem Archiv verstorben zu sein.)

Oder wie wäre es hiermit:

Saupe:

"ich finde Rassismus in gewissen Grenzen unbedenklich ..."

Bleo:

"Diesen Satz versteht nur wer in der dritten Welt lebt ( lebte ). "

Es ist eigentlich fast schon egal, ob man diesen Satz als Zustimmung nimmt oder nicht.

Das ganze Klima in diesen Foren ist rassistisch und antisemitisch, und abgesehen von Oma hat nicht eine das Maul aufgemacht.

Problematisch wirds doch erst, wenn die Auseinandersetzung fehlt. Und ein bißchen Selbstbelustigung ist nicht verkehrt. Wir nehmen uns eh schon alle viel zu wichtig und ernst.

Ahja. Daß diese Auseinandersetzung fehlt, das ist eines der zentralen Themen dieses Forums.

Ich denke, Du hast für das Thema nicht die geringste Sensibilität. Frei nach dem Motto: Wenn selbst die Zigeuner Rassisten sind, dann darf ich doch wohl auch mal.

  

Alexander Virchow

Samstag, den 03. 06. 2000 - 19:09 Click here to edit this post
Um noch einmal auf unser Ausgangsbeispiel zurückzukommen: Ich wüßte doch gerne, warum Jasmin diese beiden Beiträge im Kombination nicht als rassistisch betrachtet:

bleo kaufte sich bei einem Juden ( hatte einen " Deckel "auf und einen Davidstern aus Gold um den Hals )in " Flagler Street " Miami ein Laptop fuer 2370 .-$ . Bei einer Vollbremsung mit dem Leihwagen , fiel der Computer vom Sitz .Festplatte ( Wert : 400.-$ ) kaputti .

Bleo tigerte zurueck zu dem Laden und stand , alles haengen lassend , mit dem Laptop rum .

Der Jude fragt : " Do you have a problem ? "

Bleo : " Hmmmm , yes....some trouble..."

Verkaeufer : " Who cares ? "

Darauf hin opferte ich einen Tag meines Urlaubs um die Toshibavertretung ausfindig zu machen . Man ersetzte mir gratis ( ! ) die Festplatte .

( War nurmal eine Geschichte am Rande....)


Danke fuer den Tip , Diego .

Ich haette dem Verkaeufer nicht verschwiegen , dass mir das Ding runtergefallen ist .Bevor ich was sagen konnte , nahm mir der Mann das Wort und liess mich im Regen stehen .

Naja , egal .

Mal ganz ehrlich....

Das war meine erste -und einzige Begegnung mit einem , sichtbar als solcher erkennbaren , Juden .

Welchen Eindruck das auf mich machte ist vorstellbar .

Gruss

Bleo


Also, ich denke, ich weiß, welchen Eindruck Bleo uns vermitteln wollte.

  

Steven Bollinger

Samstag, den 03. 06. 2000 - 21:42 Click here to edit this post
Jasmin,

ich fuehle mich nicht verpflichtet, jeden Schwachsinn in dieser Diskussion zu kommentieren, sonst waere ich wohl den ganzen Tag mit Deinen Beitraegen beschaeftigt. Aber folgendes hat mich ganz und gar verbluefft:

"Mir fehlt der Sprung zu Deinem letzten leidenschaftlichen Geständis, daß Du mich für intelligent hälst."

denn, ehrlich gesagt, ich kann mich nicht erinnern, ausser in gegenwaertiger Diskussion ein einziges Wort ueber Dich geschrieben zu haben, noch Dich je fuer intelligent gehalten zu haben. (Allerdings, es ist nicht, als ob ich ueberhaupt viel ueber Dich nachgedacht habe.)

Und dann, in anderer Beziehung, wie Alex schlicht kommentiert:

"Jasmin, falsch zitieren kann jede."

d.h., es ist Dir eniges Sinnentstellendes entschluepft, aehnlich wie die obige unzutreffende Behauptung, ich haette Dich einmal fuer gescheit gehalten, aber diesmal fuegst Du Anfuehrungszeichen zu. Und ich koennte ja noch ein paar Beispiele nennen aber die Substanz von allem waere:

Gelinde gesagt, Deine Art und Weise zu debattieren ist eher geeignet, Deine Position zu untermauern als zu unterstuetzen. Denn manfrau hat allen Grund, jedes Wort von Dir misstrauisch zu lesen. Wenn, das heisst, manfrau das Ganze nicht lieber gaenzlich ignoriert -- denn anmutig isses nicht!

Bei einer solchen (ja, durchaus rassistischen)Position vielleicht unvermeidlich.

  

Jasmin

Samstag, den 03. 06. 2000 - 22:53 Click here to edit this post
"(Nein, du fandest sie wegen ihres konkreten Benehmens zum Kotzen, nicht wegen ihrer Nationalitaet."

Gudrun - war ja wohl nett gemeint. Aber es hilft nicht. ich weiß schon, was ich meine. Selbst hier.
Ich fand sie als Deutsche - ganz besonders - mit diesem Benehmen zum Kotzen.

"und - naechster Schritt -
ob ich, nachdem ich mich mit einer solchen Gruppe beschaeftigt habe, die einzelnen Individuen primaer als Angehoerige dieser Gruppe behandle oder als Individuen, die jedeR fuer sich Respekt als Mensch verdienen, obwohl sie einer Gruppe angehoeren, deren Gepflogenheiten ich ablehne. "

Darüber ist in der Tat nachzudenken. Und es ist oft garnicht so einfach, über seinen eigenen Schatten zu springen. Stell Dir einfach mal vor, Du hast da so einen "Vertreter" der afrikanischen Beschneidungsgepflogenheiten vor Dir. Er hat es vielleicht selbst noch nie getan. Aber es ist trotzdem eine Sitte, die er nicht ändern würde. Dir selbst hat er aber schon rein garnichts getan.

Oder etwas einfacher: Ich hätte tatsächlich erst mal ein Problem, einen Japaner als "anders als alle anderen" zu akzeptieren. Aber: Wenn ich das Individum respektiere - unabhängig von der Gruppe - diese einzelne Person nicht zu den bisher gemachten Negativbeispielen rechne - bin ich dann kein Rassist mehr? Das erinnernt mich ein bißchen an (zugegeben jetzt überzogen): Alle Türken sind faul und stinken nach Knoblauch. Nur der Ali nicht. Der hat mir schon ganz doll das Auto repariert.

Oder so: Wir alle achten die individuellen Persönlichkeiten? Alle Menschen sind gleich? Hm - wie kommt es dann, daß wir mit Ausländischen Hilfsarbeitern um Schwarzgeld so furchtbar zocken? Und dann müssen sie bitte schön auch richtig ranklotzen: "Meine Putzfrau schuftet für 15 DM die Stunde. Die ist ihr Geld wert." Oder: "Die Bügelfrau nimmt nur 12,50 - aber dafür schafft sie nur..." u.s.w. Irgendwie scheint ja in jedem ein kleiner Kolonist zu schlummern, hm? Man muß ihm nur die Gelegenheit dazu geben. Kann ich die 12,50 nicht aufbringen, ist es natürlich leichter. Nicht in diese Versuchung zu kommen.

Steven:

"Gelinde gesagt, Deine Art und Weise zu debattieren ist eher geeignet, Deine Position zu untermauern als zu unterstuetzen."

Und der war richtig süß. Wenn schon der Rest völlig daneben war.

Und Bleo hat den Eindruck vermittelt, daß er bei Toshiba einen besseren Service bekommen hat, als bei seinem Händler.

""Diesen Satz versteht nur wer in der dritten Welt lebt ( lebte ). "

"Es ist eigentlich fast schon egal, ob man diesen Satz als Zustimmung nimmt oder nicht."

Genau. Schließlich kam er ja von Bleo.

"Du hast für das Thema nicht die geringste Sensibilität."

Genau. Deswegen komme ich auch gut zurecht. Da draußen in der Welt.

" Frei nach dem Motto: Wenn selbst die Zigeuner Rassisten sind, dann darf ich doch wohl auch mal."

Häng es an, wem Du willst. Auch das macht keinen Unterschied. Es hat schlicht keine Relevanz.

Eines macht mich nachdenklich: Es ist unglaublich, wie schnell hier von ein paar "guten" Menschen andere zu Rassisten abgestempelt werden. Stereotyp - und immer in dem unerschütterlichen Glauben, "richtig" zu sein. Irgendwie läßt es mich schauern. Irgenwie ist das alles nicht so neu...

  

Steven Bollinger

Samstag, den 03. 06. 2000 - 23:15 Click here to edit this post
Oops! in meinem Beitrag von 21:42

Zitat:

Gelinde gesagt, Deine Art und Weise zu debattieren ist eher geeignet, Deine Position zu untermauern als zu unterstuetzen.


meinten ich natuerlich nicht 'untermauern' sondern 'untergraben'. Bin natuerlich immer dankbar fuer Nachhilfe mit meiner Zweitsprache Deutsch. Auch wenn sie immer wieder von Teilnehmern kommt, die gerade in der eigentlichen Debatte verlegen sind.

  

Jasmin

Samstag, den 03. 06. 2000 - 23:54 Click here to edit this post
Bierernst. Fast sehr "deutsch"..

  

Steven Bollinger

Sonntag, den 04. 06. 2000 - 00:10 Click here to edit this post
Naja, mir dagegen ist es ziemlich unheimlich, wie sehr das Thema Rassismus Dich anscheinend erheitert -- oder wenigstens am liebsten hoechstens eine Gelegenheit fuer Erheiterung waere. Aber, schade,

Zitat:

Es ist unglaublich, wie schnell hier von ein paar "guten" Menschen andere zu Rassisten abgestempelt werden. Stereotyp - und immer in dem unerschütterlichen Glauben, "richtig" zu sein. Irgendwie läßt es mich schauern. Irgenwie ist das alles nicht so neu...


Endlich schreibst Du etwas, was ich Dir ohne weiteres glaube. Wir bierernste Gutmenschen koennen Euch nicht einfach bei Euren Spassen in Ruh lassen, eh? Bleos Juden- bzw Indianerwitze sind ganz in Ordnung, aber wenn einer sich anmasst, sie nicht witzig zu finden, laesst dass Dich schauern.

Was zum Teufel aber befuerchtest Du in einer solchen Haltung? Ganz konkret, wenn ich bitten darf? Wie wirst Du bedroht?

  

Annette Schneider

Sonntag, den 04. 06. 2000 - 00:42 Click here to edit this post
Und Bleo hat den Eindruck vermittelt, daß er bei Toshiba einen besseren Service bekommen hat, als bei seinem Händler.
Genau. Das war ohne Zweifel der Sinn von Bleos Aussage.

(Keine Sorge, was den Humor betrifft. Ich fange an, mich wirklich zu amüsieren.)

  

Alexander Virchow

Sonntag, den 04. 06. 2000 - 08:12 Click here to edit this post
Nochmal zu Jasmin:

(Jasmins Texte würden, wenn schon nicht verständlicher, so doch sicher lesbarer, wenn sie denn der üblichen Zitierung \-2 {Text} folgen würde. So schwer kann das doch nicht sein.)

Gudrun:

"(Nein, du fandest sie wegen ihres konkreten Benehmens zum Kotzen, nicht wegen ihrer Nationalitaet."

Jasmin:

Gudrun - war ja wohl nett gemeint. Aber es hilft nicht. ich weiß schon, was ich meine. Selbst hier.
Ich fand sie als Deutsche - ganz besonders - mit diesem Benehmen zum Kotzen.


Das wäre tatsächlich rassistisch. Wenn die krude Behauptung denn tatsächlich ernst gemeint wäre. Mir allerdings ist es völlig gleich, ob dieses Pack englische, holländische oder deutsche Fahnen schwenkt. Mir ist auch gleich, in welcher Sprache der Schiedsrichter als 'Schwarze Sau' oder als 'Jude, Jude' tituliert wird.

Aber wie gesagt - wenn die krude Behauptung denn ernst gemeint wäre. Denn wie Gudrun ja zu recht anmerkte: Du findest sie nicht wegen ihrer Nationalität zum Kotzen.

Anders ausgedrückt: Rassistisch wäre eine Stereotypenbildung. Du siehst eben keine solchen Fußballfans, und denkst: So sind sie (alle), die deutschen Schweine. Sondern bist vielmehr der Meinung, die könnten es sich vor ihrem historischen Hintergrund noch weniger leisten, als andere. Nicht, daß ich dieser Folgerung unbedingt zustimmen möchte. Sie ist aber keineswegs rassistisch.

Weiter:

Ich, Bleo zitierend:

"Diesen Satz versteht nur wer in der dritten Welt lebt ( lebte ). "

Ich:

"Es ist eigentlich fast schon egal, ob man diesen Satz als Zustimmung nimmt oder nicht."

Jasmin:

Genau. Schließlich kam er ja von Bleo.

Auch Giftspritzen ersetzt keine Argumente. Sowenig wie falsch zitieren. Dieser zitierte Satz ist Zustimmung. Ob und inwieweit sie im weiteren Textverlauf relativiert wird, darüber liesse sich streiten. Zur Not. Ich lese ihn wörtlich, also zweifelsfrei als Zustimmung. Und die, um die es geht, die müssen ihn genauso gelesen haben. Die Saupes dieser Welt. Sonst wären die nachfolgenden Beiträge nicht möglich gewesen.

Daß Bleo oder sonst irgendwer sich gegen diese Beiträge gewandt hätte, ist mir ebenfalls nicht aufgefallen. Dir etwa?

Daß Du auf die Ausführung ( Es wird bezweifelt, das Rassismus ein Mangel wäre. Es wird ferner bezweifelt, daß er behoben werden müsse. ) nicht weiter eingehst, läßt den Verdacht wachsen, es ginge Dir nicht wirklich um eine Erörterung des Problems. Den dazu gehört, die stärksten Argumente zu behandeln. Und nicht nur die (vermeindlich) schwächsten.

  

Alexander Virchow

Sonntag, den 04. 06. 2000 - 08:38 Click here to edit this post
Zur Diskussion im Allgemeinen:

Es gibt, namentlich spezifiziert, vier Leute (den Saupe nicht gerechnet), die von mir kritisiert wurden.

Außer Konkurrenz, weil oben nicht verlinkt, der Diego Rheker. Der blubbert in seiner gewohnt nachvollziehbaren Art was von 'Geheim-Forum', und aus die Maus.

Der Bleo sagt gleich garnix, schickt aber wohl dem Diego einen Link, wie böse die Welt doch ist. Und aus die Maus.

Die Popp erklärt mit katholischer Inbrunst, am Bleo-Bashing würde sie sich nicht beteiligen wollen, obwohl sie die Äußerungen wenigstens mißverständlich fände, weil .... warum eigentlich? Ist sie doch sonst auch bei jedem Bashing zur Stelle. Ich denke, diese Bemerkung sollte nur davon ablenken, daß sie selbst ja Ziel der Kritik gewesen ist. Damit möchte sie sich nicht auseinandersetzen müssen. Zum wiederholten Male wirft man ihr Braunäugigkeit (Das ist so ein Filter, da geht alles durch, nur braun wird verschluckt.) vor. Und aus die Maus.

Und der bigotte Kießling, zur Zeit mal wieder unter anderem Namen unterwegs, setzt mal hier, mal da eine seiner Marken, immer in Sachen HD oder AV, aber nicht einmal zum Thema. (Dem würde man es noch am ehesten nachsehen, kommen bei ihm doch regelmäßig keinerlei inhaltliche Vorträge.) Und aus die Maus.

Nun könnte man ja verstehen, wenn der eine oder die andere sich auf HD nicht äußern möchte. Könnte. Wer begibt sich schon gerne dorthin, wo er fundamentale Kritik zu erwarten hat. Wenn es das denn wäre.

Das ist es aber gar nicht. Man möchte den ganzen Komplex Rassismus/Antisemitismus nicht anrühren. Den möchte man auch auf SpOn nicht diskutieren. Nicht einmal untereinander. Selbst die "Chance", mit ausgestrecktem Finger auf Leute wie den Saupe zu zeigen, und zu sagen, 'Der ja, vielleicht, aber wir doch nicht!' wird vertan.

Nein, nein.
Eine solche Neigung, einen ganzen Komplex um keinen Preis der Welt diskutieren zu wollen, und das bei einem Haufen, der normalerweise kein Thema undiskutiert läßt:

Das läßt auf eine reflexhafte und wirklich tief verwurzelte Abwehrhaltung schließen.
Insbesondere, da dieser Themenkomplex nicht zum ersten Mal ausgeblendet wird.

  

Alexander Virchow

Sonntag, den 04. 06. 2000 - 09:56 Click here to edit this post
Die, die im Trüben fischen, haben sich ja nun auf Mr.Stupid eingeschossen. Aus zwei gleichermaßen unappetitlichen Gründen: Einerseits, um selber weiterhin keine Stellung beziehen zu müssen, andererseits, weil Stupid auf HD schreibt und Moderatorenstatus hat.


Im dritten Reich ging es hauptsächlich darum, das deutsche Volk auf eine einheitliche Ideologie auszurichten. Da es ungleich einfacher ist Haß und Fremdenfeindlichkeit zu schüren anstatt die Massen für ein friedliches Ziel zu mobolisieren brauchte Hitler einen universellen Prügelknaben, an dem sich das Volk austoben konnte. Die Juden bieten sich für diese Rolle geradezu an. Zum einen provozieren sie durch ihre traditionelle Neigung zu Finanzgeschäften den Neid des "kleinen Mannes auf der Straße" und zum anderen bilden sie in jeder Kultur einen Fremdkörper, weil sie sich aus religiösen Gründen in keine anderen Gesellschaften integrieren. Ganz davon abgesehen soll Hitler mit den Juden noch ein paar persönliche Rechnungen offen gehabt haben. Die Tatsache, daß man den Juden auf diese Weise ganz nebenbei ihre nicht unerheblichen Besitztümer abnehmen konnte ohne den Rest des Kapitals zu beunruhigen dürfte sein übriges zu dieser Entscheidung beigetragen haben. Der Darwinismus hatte lediglich als Feigenblatt für diese Aktion herzuhalten und war mit Sicherheit genauso wenig Ursache der Judenverfolgung, wie die Religion im Mittelalter. Wenn es den Darwinismus zu Hitlers zeiten nicht gegeben hätte, dann hätte er sich nicht die Mühe machen müssen die Verfolgung der Juden wissenschaftlich zu rechtffertigen. Die traditionelle Begründung hätte völlig genügt.


Dann wollen wir mal sehen, was an den impliziten Vorwürfen dran ist:

Stupid hat sich an dem angesprochen Ort mit dem Antisemiten Saupe sowie mit Michaelis auseinandergesetzt, welcher erklärtermaßen die Aufklärung und den Rationalismus für allerlei Dinge verantwortlich macht. Insbesondere wandte Stupid sich gegen den Gedanken, Antisemitimus folge aus der darwinschen Theorie. Womit er unbestreitbar recht hat. Auch meint er, Antisemitismus wäre dem Christentum nicht eingeboren. Womit er mE unrecht hat.

Offensichtlich soll ihm nun für diesen Satz

Zum einen provozieren sie durch ihre traditionelle Neigung zu Finanzgeschäften den Neid des "kleinen Mannes auf der Straße" und zum anderen bilden sie in jeder Kultur einen Fremdkörper, weil sie sich aus religiösen Gründen in keine anderen Gesellschaften integrieren.

der Antisemitismusstempel weitergereicht werden. Warum eigentlich?

Weil er nicht gleich miterwähnt hat, daß die traditionelle Neigung zu Finanzgeschäften durch Betätigungsverbote des christlichen Umfeldes in anderen Bereichen hervorgerufen wurde? Lachhaft. Auch die Aussage, Juden hätten sich aus religiösen Gründen nicht voll in Gesellschaften integriert, ist wohl kaum zu bestreiten. SONST WÄREN SIE WOHL KAUM NOCH JUDEN GEWESEN, ODER? Welchen Strick wollt ihr Stupid drehen? Daß der Grad der Integration in der nationalsozialistischen Verfolgung keine Rolle gespielt hat? Daß es durchaus auch Konvertiten und nichtgläubige Juden gibt?

Nein, meine Lieben, das Gegenteil ist richtig: Stupid hat sich einem Antisemiten in den Weg gestellt, er hat das getan, was ihr nicht getan habt.

Allerdings ist der Glaube, daß einem für jeden Vortrag, jede Befassung mit dem ganzen Themenkomplex gleich ein Auschwitz-Symphatisanten-Mühlstein um den Hals gehangen wird, nur ein weiterer Beweis für diese These:

Das läßt auf eine reflexhafte und wirklich tief verwurzelte Abwehrhaltung schließen. Insbesondere, da dieser Themenkomplex nicht zum ersten Mal ausgeblendet wird.

  

Steven Bollinger

Sonntag, den 04. 06. 2000 - 10:59 Click here to edit this post
Ja, Rolf und Margret verhauen mich im "SBF" mit diesem Stupid-Zitat. (Warum mich? Warum ausgerechnet im "SBF"? Warum mit diesem Zitat, dass doch gar nicht antisemitisch ist, und, wie Du sagst, gegen Antisemitismus im SPON geschrieben wurde? Warum? Warum? Warum sind Leute ausgerechnet in ihrer Dummheit so beharrlich?)

  

Jasmin

Sonntag, den 04. 06. 2000 - 13:02 Click here to edit this post
Besonderheiten kommunikativer Prozesse

o.k. - zurück zum Thema:

Irgendwann hat jemand auf SpOn eine recht gute Unterzeile gehabt. Ich glaube, es war Milena. "Jeder versteht, was er sehen will" - oder so ähnlich.

"Diesen Satz versteht nur wer in der dritten Welt lebt ( lebte ). "

Es ist Zustimmung. Natürlich. Zustimmung für Saupes Äußerung:

"ich finde Rassismus in gewissen Grenzen unbedenklich ..."

Hm - Saupe wird hier gerade dafür gelobt, daß er sich den Rassisten in den Weg stellt. Bleo, der Saupe zustimmt, ist ein Rassist. - Weil er ebenfalls einen begrenzten Rassismus für unbedenklich hält. Er argwöhnt allerdings, daß das nicht von allen Lesern in selbiger Weise aufgefaßt wird. Und diese Befürchtung scheint wohl auch berechtigt zu sein.

Die Besonderheit für diesen kommunikativen Prozess scheint für mich zu sein, daß Saupe vielleicht etwas anderes gemeint hat - Bleo es auf Grund seiner Erfahrung aber in bestimmter Weise aufgefaßt hat. Nur: So ganz genau weiß es wohl keiner, wer was gemeint - und wer was, wie aufgefaßt hat. Die Besonderheit scheint fehlende Information zu sein.

Ich kann doch nicht ein paar Zitate willkürlich zusammenstöpseln, die mir rassistisch erscheinen und aus dem Schreiber einen Rassisten machen. Ein echter Retorten-Rassist. Ungeachtet dessen, daß genau der selbe Absender sich ganz persönlich auch ganz anders geäußert hat: Ich wiederhole hier das Beispiel von Bleo, wie er die Schuld eines Autounfalls anerkennt, die eigentlich nicht seine ist. Andere Länder, andere Sitten.

Dieses Äußerung von Bleo auf Saupe verstehe ich völlig anders. Ich kenne einige Leute die mit hoher Erwartung in ein Land gezogen sind, das sich in den Gesellschaftsstrukturen, von der Mentalität der Menschen etc. völlig von uns unterscheidet. Und irgendwann, so nach ein paar Jahren - oder auch schneller, stellen sie fest, daß sie ein geringes Maß an Rassismus entwickeln. Weil nicht alle Erfahrungen positiv sind, die sie dort machen. Es reicht eben nicht, mit der Einstellung in ein Land zu gehen und dort zu leben: "Ich akzeptiere die Menschen, so wie sie sind." Weil es im Alltag in ganz persönliche Bereiche reingeht, die dann auch ganz persönlich weh tun. Und dabei wollte man doch garnicht ... Aber vielleicht wollten die Anderen eben auch nicht akzeptieren.

Aber da ist dann auch noch die Faszination für dieses anders sein. Oder ganz banal: Der Job. Es gibt sich tausend Gründe, warum eben viele nicht einfach wieder nach Deutschland zurückkehren. Der Hauptgrund dürfte wohl sein, daß "positive Erfahrungen" die negativen ausgleichen.

Das Thema war nun auf SpOn nicht: Warum bleiben sie im Ausland, obwohl sie die Menschen nicht völlig kritiklos dort sehen." Es war eben ein anderes Thema. Und die Beiträge haben sich aus den Vorlagen entwickelt. Das ist ein klitzekleiner Teil, den Teilnehmer über sich rauslassen. An anderer Stelle ist wieder ein anderer - klitzekleiner Teil - zu lesen. Sie ergeben ein vermeindliches Bild. Je nachdem, was verstanden wird. Und das hängt wieder von den ganz persönlichen eigenen Erfahrungen ab.

Und nochmal: Es ist nicht einzusehen, daß hier Teilnehmer als Rassisten abgeurteilt werden, statt sich ihnen zu stellen - und einfach nachzufragen, wie das denn nun gemeint ist. Ob man das tatsächlich richtig verstanden hat. Die Wahrheit, die im stillen Kämmerlein ausgemacht wird, ist sicher nicht die Beste.

Innerhalb von 48 Stunden bin ich mal als Rassist, und mal nicht erkannt. Eine rasante Entwicklung.

Und noch etwas: Es ist legitim, "Beweise" zu sammeln, für das "Pro." Es ist nicht legitim, die ebenfalls zur Verfügung stehenden "Beweise" für das "Contra" einfach wegzulassen. Was dabei herauskommt, ist ebenfalls ein schönes Beispiel für kommunikative Prozesse. Was dabei herauskommt ist ein Vorurteil. Noch schlimmer, dann ein endgültiges Urteil. Im stillen Kämmerlein, mit sich selbst abgemacht. Ich halte das nebenbei für "feige".