Archivieren bis zum 13. September 2000

High Debate: Wissenschaft: Klima : Archivieren bis zum 13. September 2000
  

Gottfriedsen

Dienstag, den 23. 05. 2000 - 00:01 Click here to edit this post
Zu : Fragen zum Artikel "Pflanzen powern sich aus."
zu1.)und 2.) Verschiebung des Vegetationszyklus/Baumalter.
Keineswegs habe ich gesagt oder ist richtig, dass die Pflanzen aus dem Rhythmus kommen oder gar ihre Blätter zu früh abwerfen. Richtig ist : Ein früheres Austreiben aufgrund der jahreszeitlichen Klimaentwicklung kann dazu führen, dass durch ggfs. trotz allgemein wärmerem Ortsklima auftretende Spätfröste Schäden an der Grünmasse entstehen. So bereits in den letzten Jahren des öfteren geschehen. Dieses hat jedoch keine verhehrenden oder gar irreversiblen Auswirkungen. Die insgesamt längere Vegetationszeit führt natürlich zu einem gerade bei Bäumen sehr gut zu beobachtenden stärkeren Jahreswachstum. Der seit längerem massive N-Eintrag in die Böden bewirkt ein Weiteres.
Die außergewöhnlichen Zuwächse der letzten Jahre haben Fortwissenschaftler zu dem Schluß veranlaßt, dem Wald gehe es zur Zeit besonders gut und es gäbe überhaupt keinen Anlaß zur Sorge. Dieses halte ich für falsch. (siehe vorgenanntes)
Ein wesentlicher Grundsatz darf bei der Betrachtung dieser Entwicklung nicht fehlen : Bäume haben, wie alle Tier- und Pflanzenarten vornehmlich die Aufgabe der Arterhaltung. Dazu müssen sie natürlich "erwachsen" werden und dann möglichst massiv und erfolgreich Samen zur Nachkommenschaftssicherung produzieren. Aus Zeitreihen der letzen 200 Jahre ist bekannt, dass Bäume aufgrund der Biozyklen und der rein technisch bedingten Eckdaten ( z.B. Blüten/Samenbildung u.a. aus Biomassevorrat)diesen Arterhaltungsaufwand keineswegs jährlich veranstalten können, sondern je nach Art periodisch. Bei den Hauptlaubbaumarten Buche und Eiche war in der Vergangenheit ein 12-Jahreszyklus von Vollmast ( Fachausdruck für maximalen Samenbehang) zu Vollmast die Regel. In den letzten rd. 20 Jahren hat sich dies auf nur 3 ! Jahre reduziert. Dies kann natürlich nicht ohne Folgen für die Vitalität des Baumes bleiben. Deutlich wird dies auch jedem Laien, der im Spätsommer durch Buchen oder Eichenwälder wandert und sich einmal ganz bewusst die Bäume ansieht. Auch dem Unkundigen kann dann auffallen, dass die samentragenden Bäume weitaus weniger grün wirken und sind. Die Blätter sind eben weniger und kleiner. Eins geht nur. Da mit geringerer Blattmasse zur Assimilation und damit zum Vitalitätserhalt oder Zuwachs bei gleichzeitig enormem Energieeinsatz zur Samenproduktion der Baum in der Bilanz quasi von seinen Vorräten zehrt, wird verständlich, dass dieses Vorgehen in schnellem Rhythmus auf Dauer zum Vitalitätsabbau führen muß. Die Bäume in unseren Wäldern bestätigen dieses. Denn völlig neue Phänomene, wie das Eichensterben der letzten Jahre, haben ihren Grund m.E. sicher nicht in den aktuell behaupteten Frost/Pilzproblemen, sondern : siehe oben.
Im Übrigen reagiert ein Baum natürlich auch auf seine Umgebungsvariablen. Neben den genetisch bedingten Abläufen wirken natürlich auch Temperatur, Wasserversorgung, mineralische Bodenzusammensetzung und vor allem Änderung der Ionenzusammensetzung auf das Individuum. Insbesondere spielt hier der Säureeintrag in den Boden eine Rolle. Durch bodenchemische Reaktionen vor allem auf den N/S-Eintrag und die daraus resultierende Freisetzung von toxischen Al-Ionen kommt es bei einigen empfindlichen Arten zu schnellen und massiven Krankheitsbildern. Die hier in der Vergangenheit als Gegenmaßnahme versuchte "Kompensationskalkung" hat sich als eher kontraproduktiv erwiesen und ist zum Glück in der BRD kaum noch üblich. Somit leben die Bäume also mit den Veränderungen im Boden wie mit denen des Klimas. Wohin das auf Dauer führen wird, kann wohl kaum jemand exakt beantworten. Für mich jedenfalls gibt es keinen Anlaß zu glauben, dass der schöne grüne Wald auf Dauer so bleibt. Nach rd. 20 Jahren als Landesbeauftragter für die Waldschadensinventur auf einer großen Fläche dieses Landes habe ich nur noch den Ansatz : Wald muss eine Zukunft haben : Über seine Kinderstube.

Und abschließend zum Baumalter : Ich glaube, aus o.g. wird deutlich, warum ich davon ausgehe, dass die natürlichen Baumalter unserer Hauptbaumarten, wie z.B. Eiche oder Buche, massiv zurückgehen werden. Bereits heute kann man beobachten, dass Bäume sehr vorzeitig "Alterserscheinungen" zeigen. Genannt sei nur z.B. : Kernbildung,Schleimfluß,Kronensterben.

Dies leuchtet bei Betrachtung aus dem natürlichen Ansatz auch ein. Grob gesagt : Ein Baum ist wie ein Mensch. Schlimmer noch : er kann nicht weglaufen. Man kann sich das simpel verdeutlichen am Beispiel eines langjährigen Rauchers .....

  

Gottfriedsen

Dienstag, den 23. 05. 2000 - 01:16 Click here to edit this post
Zu Katrin Ufen Frage 3.) bis 5.)
Die These : "Das Klima ist völlig im Eimer " ist die etwas leger ausgedrückte Zusammenfassung der mir bekannten wissenschaftlichen Abhandlungen. Diese hier auszuführen, würde etwas zu weit führen. Im Internet sind hierzu unter "Klima" unzählige Beiträge zu finden, die objektiv betrachtet, m.E. meine Meinung begründen. Kurz und wenig wissenschaftlich gesagt :

Die Summe der anthropogenen Einflüsse des Industriezeitalters und hier insbesondere die der letzten fünfzig Jahre haben dazu geführt, dass wir real Klimaveränderungen beobachten müssen, die m.E. keineswegs "normale erdzeitliche Entwicklungen" sind.

Zu den Schadstofffrachten in der hiesigen Luft :

In meiner Försterei stand lange Jahre ein sehr spezieller Niederschlagsmesser. Die Auswertung der Ergebnisse ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber erste Aussagen der Betreiber(LANU)sind höchst bedenklich. Z.B. weist der Rußgehalt des hiesigen Niederschlages Werte auf, die durchaus autobahngleich sind. Was den Eintrag von N/S angeht, sollen die Werte so sein, dass die Einträge aus hiesigen Abläufen NICHT stammen können. Z.B. wurde für N ein Wert über 40 kg/Jahr und ha genannt.
Was die Luftkurorte angeht : Ich kenne die Kriterien der Auswahl nicht.

Zu "Salzgehalt" :

Die Atmungsorgane der Pflanzen, hier der Bäume, reagieren empfindlich auf den hier an der Küste höheren Salzgehalt der Luft. Dies kann jeder sehen, der sich die Baumkronen von direkt dem Wind ausgesetzten Bäumen ansieht. Hier jedenfalls sind die Kronen der Bäume, die über das allgemeine Blätterdach hinausragen, braun oder bereits abgestorben. Betroffen sind hiervon insbesondere die Nadelbäume, doch auch an den eher wenigen Laubbäumen kann man das sehr gut erkennen. Es handelt sich aber nicht um ein neues Umweltproblem sondern ist eine natürliche Reaktion der Bäume auf ihre Umgebung. In letzter Zeit ist jedoch eine Verstärkung dieser Symptome zu verzeichnen. Ich führe dies zurück auf den hier durch industrielle Einflüsse zurückgegangenen Grundwasserspiegel und damit der schwierigen und oft unzureichenden Wassserversorgung der Bäume. Diese Auffassung ist jedoch "nicht genehmigt".

  

Gottfriedsen

Dienstag, den 23. 05. 2000 - 01:45 Click here to edit this post
Zu meinen Antworten auf Katrin Ufen´s Fragen hier noch etwas im Nachgang :

1.) Bäume sind wie Menschen : Bäume sind sicher nicht wie aktive Raucher zu sehen, denn Sie handeln ja nicht. Also wäre der Vergleich mit Passivrauchern besser.
2.) Die Wirkung von Salzluft : Die Atmungsorgane der Nadeln/Blätter, die Stomata, sind hochentwickelte Organe, die vergleichbar mit der menschlichen Lunge, auf Außenreize reagieren. Stellen Sie sich vor, Sie müßten dauernd Luft atmen, die Ihre Atemwege reizt oder gar verätzt. Folge wäre auch bei Ihnen sicher ein Gesundheitsschaden oder zumindest eine Beeinträchtigung der Funktionalität des Organes.

Hier in Küstennähe haben in der Vergangenheit einige besonders salzhaltige Winde zum akuten Absterben von Baumkronen binnen weniger Tage geführt.Die Nadeln/Blätter sind regelrecht "verbrannt". Man kennt dies z.B. auch von einer zu massiven Stickstoffdüngung. Glücklicherweise führt diese "Umweltbelastung" nicht zu Dauerschäden.

  

Alexander Virchow

Montag, den 21. 08. 2000 - 08:50 Click here to edit this post
Zur ungefälligen Kenntnisnahme:

Der Nordpol schmilzt

Erstmals seit 50 Millionen Jahren Wasser statt Packeis entdeckt

  

Crack Nigger

Montag, den 21. 08. 2000 - 15:37 Click here to edit this post
Die zweite Aussage halte ich für äusserst fragwürdig. Ich glaube nicht, dass die verfügbaren Analysemethoden es zulassen, über einen Zeitraum von 50 Millionen Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von auch nur 50% auszuschliessen, dass es zu keinem Zeitpunkt über mehrere Wochen hinweg solche Eisrisse wie jetzt gegeben hat.

Allein schon die Tatsache, dass so etwas nicht von einem Geosatelliten im Rahmen einer ständigen Eisflächen-Ausdehnungs-Überwachung wahrgenommen und an die Weltöffentlichkeit weitergeleitet wird, sondern von eher zufällig auf einem russischen Eisbrecher mitreisenden Naturforschern, lässt mich an der wissenschaftlichen Genauigkeit der mal wieder anlaufenden Treibhauseffekt-Kampangne zweifeln.

Vielleicht war nicht vor 50 Millionen Jahren, sondern bereits vor 1 Jahr das letzte Mal ein solscher Riss entstanden, aber bloss nicht entdeckt worden, weil der Eisbrecher wegen ausbleibender Wartungsarbeiten nicht aus dem Hafen auslaufen konnte oder gerade keine Naturforscher mit an Bord waren, denen das eine Meldung wert gewesen wäre.

  

Alexander Virchow

Dienstag, den 22. 08. 2000 - 09:22 Click here to edit this post
Crack Nigger liegt wohl richtig.

"Cryosat" soll das Eis in der Arktis vermessen

Schmilzt der Nordpol? - Weltraum-Mission für 2003 geplant - Polarregion als Frühwarnsystem für Klimawandel



Auszug:

Mehr als 4000 Meter tief ist das Wasser, nur wenige Meter dünn dagegen ist die Eisdecke auf dem Nordpolarmeer. Rauer Wind fegt über die Oberfläche. An der Unterseite zerrt die Strömung. Die Kräfte setzen das Eis unter Spannung. "So entstehen immer wieder offene Flächen im Eis", erklärt Professor Heinrich Miller vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (Awi) in Bremerhaven. Das sei, so versichert Miller, ein "ganz natürlicher Prozess".
Rund 18 Millionen Quadratkilometer groß ist das Nordpolarmeer, davon sind rund sieben Millionen ständig mit Eis bedeckt. Jetzt, im arktischen Sommer, ist die Eisausdehnung am geringsten. Immer wieder reißen Spalten auf, die nach zwei bis drei Tagen zufrieren. Das Eis ist ständig in Bewegung, legt 300 bis 500 Meter in der Stunde zurück. So war es denn auch eher Zufall, dass US-Wissenschaftler jetzt am Nordpol eine offene Wasserfläche beobachtet haben. Wären sie nur ein bis zwei Tage später gekommen, wäre der Nordpol vermutlich wieder mit Eis bedeckt gewesen.

  

Oude-Aost

Sonntag, den 10. 09. 2000 - 19:10 Click here to edit this post
Ist aber nicht auch gemessen worden, dass vor ca. 20 jahren die Eisdecke des Nordpols >3Meter dick war, während sie heute (nach neueren Messungen) nur noch durchschnittlich 1,80 Meter dick ist? Wo ist denn das Eis gebleiben? Wieviele Mrd. Kjoule sind notwendig, dieses zu bewirken? Wo kommen die Wärmemengen her? Was geschieht, wenn die Warmwassermassen des Golfstroms nicht mehr abkühlen und auf den Atlantikgrund sinken um den Kaltwasserstrom aufrecherhalten? Was geschieht mit dem Methaneis, wenn in 500 Meter Wassertiefe die Temperaturen nicht mehr 1 oder 2 °C betragen, sondern auf Grund der unterbrochenen Kaltwassercirkulation ansteigen? Professor hin, Professor her. Auch diese Leute können nur auf ein relativ kurzfristiges Leben zurück blicken, versichern aber mittels einer in meinen Augen fragwürdigen Modellhaftikeit, ihre "Erkenntnisse" seinen unumstößlich, alles wären natürliche Fluktuationen.
Aus Sibirien werden Ölkatastrophen gemeldet, weil brechende Pipelines tausende Tonnen Öl ausschütten. Warum sinken die in den Permafrostboden gebauten Fundamente der Pipelines denn ein (das machen sie nämlich)? Doch wohl weil die Permafrostgrenze sinkt. Sind die durch die anaerobe Zersetzung der Torfschichten freiwerdenden Methanmengen in irgendeinem Klimamodell berücksichtigt? Wäre mir neu. Sind die Gletscher der Alpen nicht im endgültigen Abschmelzen begriffen? Warum schmelzen sie denn? Auch eine natürliche Fluktuation? Welche Wärmemengen sind z.B. notwendig um die Temperaturen des Pazifik beim El Nino auf 28 °C und mehr zu heizen, auf hunderttausenden von qKm bis in hundert Meter Tiefe? Welches Modell berücksichtigt die durch die erhöhte Temperatur zusätzlich ausdampfenden Treibhausgasmengen Wasserdampf? Auf ein 50-jähriges leben zurückblickend, habe ich als Kind Höhlengräben in zugewehten Straßengräben gewühlt, bin auf kilomenterlangen Überschwemmungswiesen Schlittschuhe gelaufen, Papageien in Köln, frei und ganzjährig lebend. Und, und, und. Menschlcihe Erfahrung und Erinnerung haben keinen Wert? Welche Arroganz treibt diese "Vermutenschaftler"? Ignoranten und Beschwichtiger. Nichtwissen wortreich im Gewande wissenschaftlicher Termini verkleidend und dieses ignorant als Erkenntnis verkaufend. So trollen sie sich durchs Land. Wolkenkukuksheim oder politische Aussagen, das Volk zu beruhigen?
Bisher hatte z.B. keiner der von mir befragten Biologen eine Erklärung dafür, was Skarabäen im Sommer 1994 in Ostfriesland zu suchen hatten, die an Nussbaumblättern sich gütlich taten.

  

Alexander Virchow

Sonntag, den 10. 09. 2000 - 19:23 Click here to edit this post
Ist aber nicht auch gemessen worden, dass vor ca. 20 jahren die Eisdecke des Nordpols >3Meter dick war, während sie heute (nach neueren Messungen) nur noch durchschnittlich 1,80 Meter dick ist?

So heißt es.

Wo ist denn das Eis gebleiben?

Im Ozean.

Wieviele Mrd. Kjoule sind notwendig, dieses zu bewirken? Wo kommen die Wärmemengen her?

Der Unterschied von minus 1 Grad zu plus 1 Grad ist nun wirklich nicht die Welt und liegt im Rahmen jeder Toleranz.

Aus Sibirien werden Ölkatastrophen gemeldet, weil brechende Pipelines tausende Tonnen Öl ausschütten. Warum sinken die in den Permafrostboden gebauten Fundamente der Pipelines denn ein (das machen sie nämlich)? Doch wohl weil die Permafrostgrenze sinkt.

Nein. Weil sie mutmaßlich wärmer sind.

Welche Arroganz treibt diese "Vermutenschaftler"? Ignoranten und Beschwichtiger. Nichtwissen wortreich im Gewande wissenschaftlicher Termini verkleidend und dieses ignorant als Erkenntnis verkaufend.

Wissenschaftler können nunmal nicht zaubern. Eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur auf der Erde ist eben nur für den Teil eines Grades nachweisbar. Und verläuft, wie weiter oben graphisch dargestellt, absolut parallel mit der Sonnenfleckenaktivität.

Lustigerweise läßt aber Dein Vortrag jede wissenschaftliche Begründung vermissen. Du meinst, die gute Absicht zählt?

Nein, das tut sie nicht.

  

Suchanek

Sonntag, den 10. 09. 2000 - 20:29 Click here to edit this post
Bisher hatte z.B. keiner der von mir befragten Biologen eine Erklärung dafür, was Skarabäen im Sommer 1994 in Ostfriesland zu suchen hatten, die an Nussbaumblättern sich gütlich taten

Wir Ostfriesen sind Besucher gewohnt und sehen das gelassen. Unsere Sommergäste kommen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, manche von noch weiter, aus Bayern oder aus der Schweiz, und vor etwa 20 Jahren soll sogar ein Neger gesichtet worden sein. Sie ernähren sich von Fischen, Pizza, Eis, Pommes Frites und Vollwertkost. 1994 kamen Skarabäen, und sie aßen Nußbaumblätter? Der Eingeborene sagt höflich: "Wat nich all gift ..." und wendet sich wieder den wesentlichen Dingen des Lebens zu.

  

Oude-Aost

Dienstag, den 12. 09. 2000 - 17:37 Click here to edit this post
Der Unterschied von minus 1 Grad zu plus 1 Grad ist nun wirklich nicht die Welt und liegt im Rahmen jeder Toleranz.

Falsch. Der Unterschied zwischen 1 Kg Eis von 0°C und 1 Kg flüssigem Wasser von 0°C beträgt 78 Kcal. Wenn das der Rahmen Ihrer Toleranzen ist, verstehe ich Ihr Argument

  

Oude-Aost

Dienstag, den 12. 09. 2000 - 17:41 Click here to edit this post
Der Eingeborene sagt höflich: "Wat nich all gift ..." und wendet sich wieder den wesentlichen Dingen des Lebens zu.

Klar doch, kenn ich: Kautabak, Boßeln und Köm

  

Huck Finn

Dienstag, den 12. 09. 2000 - 17:45 Click here to edit this post
Falsch. Der Unterschied zwischen 1 Kg Eis von 0°C und 1 Kg flüssigem Wasser von 0°C beträgt 78 Kcal.

Genau.

Zum Schmelzen einer drei Meter dicken Eisschicht muß man (unter Berücksichtigung der geringeren Dichte von Eis) eine gut 200 Meter dicke Wasserschicht gleicher Fläche um ein Grad abkühlen.

  

Alexander Virchow

Dienstag, den 12. 09. 2000 - 18:32 Click here to edit this post
Es ist mir völlig unbegreiflich, wieso hier über absolute Kalorienzahlen gesprochen wird.

Es geht um die Differenz von einem Grad Celsius, und die liegt nun wirklich in jeder Toleranz. Auch keiner der Klimaforscher, die einen anthropogenen Einfluß unterstellen, würde dies bestreiten.

  

Huck Finn

Dienstag, den 12. 09. 2000 - 18:52 Click here to edit this post
Alexander,

um 1 kg Eis von 0 Grad in 1 kg Wasser von 0 Grad zu verwandeln, wird ebensoviel Energie benötigt wie dafür, 1 kg Wasser von 0 Grad auf 76 Grad zu erhitzen.

  

Alexander Virchow

Dienstag, den 12. 09. 2000 - 19:20 Click here to edit this post
Das ist mir klar, Huck.

Trotzdem geht es nur um einen Umgebungstemperaturanstieg von einem Grad Celsius, welcher völlig ausreicht, in ein paar Jahren der Nordpol großteils abschmelzen zu lassen.

  

Oude-Aost

Mittwoch, den 13. 09. 2000 - 04:07 Click here to edit this post
Es ist mir völlig unbegreiflich, wieso hier über absolute Kalorienzahlen gesprochen wird.


Herr Virchow, es handelt sich dabei um die Schmelzenthalpie des Eises, mithin um eine Wärmemenge, die die Umgebungstemperatur nicht erhöht, gleichwohl aber in die Wärmebilanz des Planeten eingeht. Wird diese Wärmemenge nicht zum Schmelzen des Eises verbraucht, wird sie die Temperatur des Wassers am Nordpol erhöhen, und zwar gemäß der Kalkulation von Huck. Die Frage in meinem ursprünglichen Posting (zugegeben etwas provokant) bezog sich auf den Tatbestand: Was geschieht, wenn die Warmwassermassen des Golfstroms nicht mehr abkühlen und auf den Atlantikgrund sinken um den Kaltwasserstrom aufrecherhalten? Spectrum der Wissenschaft (Jahrgang derzeit nicht bekannt, bin in China) veröffentlichte vor geraumer Zeit einen entsprechenden Artikel: Durch das zuströmende Warmwasser des Golfstroms verdünnt sich lokal die Salzwasserlösung des Meeres auf 1,82% (höhere spezifische Dichte, warum weiß ich nicht) und sinkt zum Atlantikgrund. fließt von dort zum Südpol und steigt als sauerstoffreiches Tiefenwasser wieder auf.
Sollte das NP-Eis also abgeschmolzen sein, wird dieser Kreislauf unterbrochen und das Warmwasser verbleibt an der Oberfläche, verteilt sich dort und wird die Luftmassen erwärmen, die über dem Norpol zirkulieren. Die spezifische Wärme des Gasgemisches Luft (auf das Volumen bezogen) ist jedoch um min. 2 Größenordnungen geringer als die des Wassers. Mithin wird die gleiche Wärmemenge, die 1 Kg Eis zum Schmelzen bringt ein min. 100 - faches Luftvolumen (ggf. 1000-faches) aufheizen. Gleichzeitig verdunsten zusätzlich Wassermassen, die wiederum als Treibhausgas aktiv werden. Da die Warmwassermassen, die zum NP fließen, wohl kaum dort verweilen werden und wohl auch nicht gegen den Golfstrom zurückfließen, werden sie durch die Behringstraße in den Nordpazifik driften, mithin dort also die Wärmebilanz verändern. Nicht dass ich eine Antwort habe, was Sie hier lesen, sind Fragen. Und da dieses Abschmelzen der Eiskappe in so kurzer Zeit stattfindet (Wir wissen ja nicht, wie dick das Eis vor der ersten - na gut, vielleicht ungenauen -) Messung einmal gewesen ist, wissen wir auch nicht, wie schnell der Schmelzvorgang stattfindet. Nach meiner Überzeugung sind alle noch jung genug, dieses Ereignis verfolgen zu können. Provokante These: Ggf. sollte man auf dem Nordpoleis Schiffe verbringen, die zum gegebenen Zeitpunkt schwimmen, anstatt Sateliten ins All zu schießen, die nachher nur noch Wasser beobachten.
Was ich an der Wissenschaft beklage ist die Tatsache, dass menschliche Erfahrung und Erinnerung nicht zumindest als qualitativer Aspekt in die Prognosen eingehen, sondern, da sie als Fuzzilogik, verstärkender Trend durch Klimamodelle nicht kalkuliert werden können, schlicht ignoriert werden.
Weitere Erinnerungserfahrung: Mir wurde hier berichtet, dass die Sommer in der Vergangenheit nicht so heiß waren und auch nicht eine so hohe Luftfeuchtigkeit (bis 98%) aufwiesen. Na gut, der Chinese nimmt das mit budhistischer Gelassenheit, gleichwohl fällt es älteren Leuten auf.

  

Huck Finn

Mittwoch, den 13. 09. 2000 - 09:35 Click here to edit this post
Was geschieht, wenn die Warmwassermassen des Golfstroms nicht mehr abkühlen und auf den Atlantikgrund sinken um den Kaltwasserstrom aufrecherhalten? Spectrum der Wissenschaft (Jahrgang derzeit nicht bekannt, bin in China) veröffentlichte vor geraumer Zeit einen entsprechenden Artikel: Durch das zuströmende Warmwasser des Golfstroms verdünnt sich lokal die Salzwasserlösung des Meeres auf 1,82% (höhere spezifische Dichte, warum weiß ich nicht) und sinkt zum Atlantikgrund. fließt von dort zum Südpol und steigt als sauerstoffreiches Tiefenwasser wieder auf.

Ich kenne den Artikel. Es ist umgekehrt. Nicht die Wärme des Golfstroms treibt das Absinken des Wassers an, sondern das Absinken des Wassers treibt den Golfstrom an.

Das Wasser sinkt (östlich von Grönland) deshalb ab, weil es besonders salzhaltig und deshalb schwerer ist.

Dieser Mechanismus könnte unterbrochen werden, wenn der Salzgehalt des dortigen Wasser verringert würde. Dies könnte durch massive Süßwasserzufuhr geschehen. Nach der letzten Eiszeit ist durch Schmelzwasser der Gletscher wohl so etwas passiert.

Das Meereseis des Nordpols ist diesbezüglich aber irrelevant. Es müßte schon schmelzendes Süßwassereis sein, wie es in den Gletschern auf Grönland existiert.

Sollte das Nordpoleis abschmelzen, ist nicht der Golfstrom das Problem, sondern die verringerte Albedo der Erde in diesem Bereich. Eis reflektiert die Sonnenstrahlen viel besser als Wasser. Ein eisfreies Nordmeer würde (im Nordsommer) mehr Sonnenenergie aufnehmen und an die Luft abgeben als jetzt. Das würde zu einer letztlich globalen Temperatursteigerung führen.

(Wobei ich noch immer nicht sicher bin, daß diese von Nachteil wäre. Vor 800 Jahren waren die globalen Temperaturen bereits 1 Grad wärmer als heute. Damals betrieben die Wikinger am Südrand Grönlands Ackerbau. Eine Ausweitung der Anbauzone von Weizen nach Norden würde in Rußland und Kanada riesige zusätzliche Flächen für die Welternährung zugänglich mache.)

  

Oude-Aost

Mittwoch, den 13. 09. 2000 - 10:08 Click here to edit this post
Das Wasser sinkt (östlich von Grönland) deshalb ab, weil es besonders salzhaltig und deshalb schwerer ist.
Warum ist die Salzkonzentration dort höher? Irgendwelche Infos? danke

  

Huck Finn

Mittwoch, den 13. 09. 2000 - 10:33 Click here to edit this post
Warum ist die Salzkonzentration dort höher?

Weil es wenig Süßwasserzustrom gibt.

Skandinavien entwässert im Wesentlichen nach Osten. Niederschlag auf Grönland bleibt als Eis liegen.

Der Golfstrom spielt - doch - insoweit eine Rolle, als die größere Wärme des Oberflächenwassers die Verdunstungsrate erhöht, was zu einem höheren Salzgehalt führt.

Weitere Ursachen sind mir nicht bekannt.

  

Alexander Virchow

Mittwoch, den 13. 09. 2000 - 10:36 Click here to edit this post
Ähem.

Wenn das der einzige Grund ist, wäre dann eine Veränderung des Salzgehaltes überhaupt zu erwarten?

Ich meine: ob das Süßwasser erst ne Zeitlang als Eis herumliegt, oder gleich ins Nordmeer regnet: wo wäre der Unterschied?

  

Huck Finn

Mittwoch, den 13. 09. 2000 - 10:49 Click here to edit this post
Ich meine: ob das Süßwasser erst ne Zeitlang als Eis herumliegt, oder gleich ins Nordmeer regnet: wo wäre der Unterschied?


Korrekt. Wenn genausoviel Eis am Rand abschmilzt, wie im Binnenland neugebildet wird, ist Grönland irrelevant.

Es sei denn, die grönländischen Gletscher kalben bevorzugt in eine andere Richtung, zum Beispiel nach Südwesten.

Dann wäre eine ähnliche Situation wie in Skandinavien gegeben.

Ich bin bezüglich der grönländischen Wasserscheiden leider überfragt.

  

Alexander Virchow

Mittwoch, den 13. 09. 2000 - 10:56 Click here to edit this post
Angesichts der Tatsache, daß zu einem Abschmelzen der gesamten Polkappe offensichtlich eine geringfügige Veränderung der Temperatur ausreicht, und angesichts der weiteren Tatsache, daß es in den letzten Jahrtausenden ausweislich der Klimageschichte nicht zu einem Abreißen des Golfstromes gekommen ist, neige ich sehr zu der Auffassung, daß der Nordpol gelegentlich mal eisfrei ist. Nebenwirkungsfrei.

Unabhängig davon bin ich weiterhin der Auffassung, daß man die CO2-Emissionen präventiv weitestgehend absenken sollte.

  

Oude-Aost

Mittwoch, den 13. 09. 2000 - 12:44 Click here to edit this post
Unabhängig davon bin ich weiterhin der Auffassung, daß man die CO2-Emissionen präventiv weitestgehend absenken sollte.

Keine Frage. ABER .... Hier in China findet derzeit ein gewaltiger Entwicklungsschub statt. In Europa kaum beachtet, allgemein kaum bekannt. Eine immens leistungsfähige Autoindustrie ist aufgebaut worden resp. befindet sich noch im Aufbau. Das Benzin kosten ca. 3 RMB, entsprechend knapp 70 Pfenning. Die Straßen in den Zentren (sechs- oder acht-spurig) sind jetzt schon verstopft, obwohl kaum jemand ein Auto hat. Fast jedes Auto ist mit einer Klimaanlage versehen Treibhausgase + Ozonschicht, die selbstverständlich nachgefüllt wird, wenn ihr versteht was ich meine. Die Infrastruktur zur Reparatur und Wartung der Autos ist nur in Ansätzen gegeben (wäre ein gutes Betätigungfeld für Automechaniker). Im Norden glimmen, glühen und brennen ca. 200 Kohlefelder (Spiegel vom Ende des letzten Jahres), die niemand zu löschen weiß und 4 mal soviel CO2 erzeugen, wie alle deutschen Auto zusammen. Die Menschen hier wollen ein Stück vom Kuchen ab haben und die in ihren Augen aufgeregte Diskussion in Deutschland wird hier, mit Verlaub gesagt, belächelt. Um es einmal klar auszudrücken, auch wenn es zynisch klingt; es wird so zum Ausdruck gebracht: Wir haben genug Menschen, wen interessiert eure Klimakatastrophe? Die Menschen hier wollen nach Jahrhunderten der Ausbeutung nun ebenfalls reich sein. Kann mans Ihnen verdenken? Letztlich ist es doch doch absurde Gedanke an ein unbeschränktes Wachstum der westlichen Wirtschaftshemisphäre, der genau in diese Situation geführt hat. Jetzt stehen die Verursacher auf und belehren die Opfer ihrer jahrhundertalten Politik, dass sie sich gefälligst zu bescheiden haben? Nein, das trifft hier auf taube Ohren und die Apologeten dieser Anschauungen ernten hier nur ein mitleidiges Lächeln.

und angesichts der weiteren Tatsache, daß es in den letzten Jahrtausenden ausweislich der Klimageschichte nicht zu einem Abreißen des Golfstromes gekommen ist, neige ich ..

Bis vor ca. 12.000 Jahren herrschte, mit wenigen kurzen Verschnauferln, Eiszeit; soweit ich weiß ca. 120.000 Jahre lang. Auch deas Grönlandeis kann auf eine ca. 250.000 Jahre lange Geschichte zurückblicken, mit wärmeren und kälteren Perioden. So sehr unterschiedlich können die klimatischen Bedingungen nicht gedriftet sein. Was wir hier und heute machen, unterscheidet sich von den "natürlichen" Bedingungen ja wohl grundlegend. Welcher in der jüngeren Klimageschichte denkbarer Prozess hat denn über mehr als 1 Jahrhundert jährlich milliarden Tonnen CO2 emitiert? Darüberhinaus bin ich der Überzeugung, dass dieser Prozess schon längst eine Eigendynamik entwickelt hat, auf die menschliches Handeln keinen Einfuß mehr nehmen kann siehe ursprüngliches Posting: Sibirien, anaerobe Zersetzung von Torf und Freisetzung von CH4; es hat zwar keine so lange Verweilzeit wie CO2 in der Athmosphäre, ist aber 20 mal heftiger in der Infrarotemission. Ich weiß nicht wieviel Qkm Fläche die sibirischen Torfmoore haben, aber es ist möglicherweise mehr an IR - aktiver Masse, als alle Autos Europas zusammen emitieren (müßte aber berechenbar sein, ich habe hier keine Zahlen)

  

Alexander Virchow

Mittwoch, den 13. 09. 2000 - 13:21 Click here to edit this post
Hier in China findet derzeit ein gewaltiger Entwicklungsschub statt. In Europa kaum beachtet, allgemein kaum bekannt.

Das ist hier gut bekannt. Ebenso gut ist bekannt, daß wir in wenigen Jahren auf die emmissionsfreie Brennstoffzelle umsteigen werden.

Darüberhinaus bin ich der Überzeugung, dass dieser Prozess schon längst eine Eigendynamik entwickelt hat

Dies ist faktisch eben nicht belegbar, und in sofern eben reiner Glaube.

  

Oude-Aost

Mittwoch, den 13. 09. 2000 - 13:57 Click here to edit this post
Das ist hier gut bekannt. Ebenso gut ist bekannt, daß wir in wenigen Jahren auf die emmissionsfreie Brennstoffzelle umsteigen werden

Frage: wie wird der Wasserstoff dafür erzeugt?