Archivieren bis zum 22. August 2000

High Debate: Literatur & Sprache: Poetry & Lyrik: Archivieren bis zum 22. August 2000
  

Margret

Mittwoch, den 16. 08. 2000 - 22:34 Click here to edit this post
Was ich nicht anstrebe, ist hier abgeschriebenes zu lesen.

Wieso soll man denn hier was abschreiben? Wär hätte je hier was abgeschrieben? Und gar noch im SpOn? Der Weg geht aber oft in die umgekehrte Richtung, hähä.

  

Christine Mell von Mellenheim

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 08:22 Click here to edit this post
Liebste Margret,

ich meinte abgeschriebene Poesie, Liedtexte, whatsoever...
Ach ja...

  

Christine Mell von Mellenheim

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 08:28 Click here to edit this post
morgens, 8 uhr

ich bin noch nicht ganz wach
heute morgen
weil ich's nicht sein will
lieber weiterträume

mag nichts zu tun haben
mit klingelnden telefonen
und piepsenden computern
und leuten, oje

also schalte ich kurz mal um
auf eine andere wahrscheinlichkeit
und kuschel immer noch mit dir
unter einer decke

  

Christine Mell von Mellenheim

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 10:01 Click here to edit this post
morgens 9.00 uhr

ich werf' dich aus dem fenster, telefon
und du, computer, dich baller ich zu klump
mit meiner neuen pumpgun-anti-stress-software
und du trottel, was willst du schon wieder?!

lasst mich doch in ruhe mit euren problemchen
draussen scheint die sonne und ich quäl mich hier
blödsinniger broterwerb, wüsste echt was besseres
womit ich mir jetzt die zeit vertreiben möchte

aber wenn's heute so weiter geht
wie ihr jetzt meint mir mitzuspielen
dann knallt's, dann kracht's heute noch
ha! wie ich mich d'rauf freue...

  

Alexander Virchow

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 10:13 Click here to edit this post
(Unglückliche Massenmörder)
(laufen auf ihren Overkill zu)

(Ich tippe)
(auf 12 Uhr)

  

Wolfgang Wilholm

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 10:33 Click here to edit this post
Hallo zusammen etwas lyrik gefällig?
alles Real

realität ist
wenn du glaubst
du weisst was
und
irgend ein arschloch
mit etwas mehr
macht
dir erzählen will
das alles anders ist.

  

Christine Mell von Mellenheim

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 12:25 Click here to edit this post
high noon

schweiß rinnt von stirnen
ächzen wird hörbar
ardrenalingeschwängert die luft

monitore erzittern leise
im rhythmus der stampede
das blut gerinnt in den adern

es folgt die erlösung
von allen qualen
mit einem knall...

...die tür der kantine
fällt laut ins schloss
endlich hat jeder einen leberkäs

  

Wolfgang Wilholm

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 12:35 Click here to edit this post
das alles wäre
wäre es so
gäb es da nicht
ein einziges telefon
das sich mit schrillem klingeln meldet
und den leberkäs
erkalten lässt.

  

Christine Mell von Mellenheim

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 12:35 Click here to edit this post
irreal ist
wenn du weißt
du glaubst was
oder
einer im irgendwo
ohne irgendetwas
am arsch
dir nichts erzählt
von gleichem

  

Alexander Virchow

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 14:04 Click here to edit this post
Vom physiologischen Schwachsinn des Weibes

Von Kompro- und anderen
Mißständen erschüttert
bebt sein leidlich
jugendlicher Körper.

Gerührt - oder geschüttelt
es stöhnt doch - so oder so.

  

Wolfgang Wilholm

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 14:05 Click here to edit this post
wenn dann
zu guter letzt
irreales und reales
aufeinander treffen
ensteht
über kurz
oder lang
etwas
das man
dann
Wortsinn

  

Wolfgang Wilholm

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 15:16 Click here to edit this post
nennt
fehlt an dieser stelle natürlich

  

Ahara Canida

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 16:09 Click here to edit this post
Das einzig reale
Ist die Gewissheit
Im Strudel des autogenen
Wanhsinns gefangen zu sein.

Dein Wahnsinn ist mir egal,
Mein Wahnsinn ist mir heilig,
Versuchst Du in meinem Strudel zu schwimmen
Wirst Du sureal und ertrinkst ohne zu Existieren.

(C) 2000, Ahara Canida

  

Ahara Canida

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 23:05 Click here to edit this post
Hörst Du die Nacht fliessen,
Sie kommt durch die Fenster
Und füllt den Raum langsam aus
schon ist der Boden ganz bedeckt
Halt' mich fest, lass mich nicht allein
auf dieser dunklen See
Lass uns wie Schiffbrüchige auf einem Floss
im Bett bleiben und warten
dass die Sonne wieder aufgeht

(C) 2000, Ahara Canida

  

Alexander Virchow

Donnerstag, den 17. 08. 2000 - 23:12 Click here to edit this post
Siehst Du den Maurer fliesen,
Er kam durch das Fenster
Und füllt den Raum langsam aus
Schon ist der Boden ganz bedeckt
Halt' mich fest, lass mich nicht allein
Auf dieser Baustelle
Lass uns wie Schiffbrüchige auf einem Floß
Im Bett bleiben und warten
Bis das Klo wieder funktioniert.

  

Christine Mell von Mellenheim

Freitag, den 18. 08. 2000 - 09:45 Click here to edit this post
die ewige nacht

die nacht, sie rann dahin
ohne grillengesänge
ohne schwärmergezüngel
wir hielten uns
in zweisamkeit geborgen
doch etwas war falsch
schon in der traumwelt
alles so seltsam
farblos und leer
bis das zeiteisen
uns hierher zurückrief
und mit tränenden augen
wurden wir gewahr:
die sonne hatte es verpasst
aufzugehen

  

Wolfgang Wilholm

Freitag, den 18. 08. 2000 - 11:51 Click here to edit this post
der düstere morgen

im nicht licht
des düsteren morgens
glühen allein
erinnerungen
an leuchtend braune augen
bringen etwas helligkeit
in die seele
um diesen morgen
und seinen bastard tag
vergehen zu lassen

  

Wolfgang Wilholm

Montag, den 21. 08. 2000 - 14:14 Click here to edit this post
verdrehte verhältnisse und mehr

brauner pöbel
protestiert
für seine rechte
und gegen vermeintliche verleumdungen
durch die medien.
es ist der blanke hohn
das ganze hat
bei genauer betrachtung
etwas bizarr komisches
denn ausgerechnet
vor der springerfestung
maschieren sie auf
um der welt zu zeigen
wie dumm sie sind.
die verleumder der antifa
werden auf einmal zum verbündeten
sogar in der "bild"
werden sie angeriffen
dabei ist es
historisch gesehen
noch gar nicht so lange her
als genau dieses blatt
die eikasernierung
der wackersdorfgegner forderte.
mein aufruf lautet:
keine diskusionen mit nazis
mehrere gebrochene rippen
aus der vergangenheit sprechen dafür
und
keine duldung faschistischer aktivitäten im alltag
denn wegsehen heißt akzeptieren

  

Wolfgang Wilholm

Dienstag, den 22. 08. 2000 - 10:01 Click here to edit this post
kann es sein
das sich gehirne
nur dann aktivieren
wenn weibsvolk anwesend ist

kann es sein
das lyrische worte
nur dann fließen
wenn sie
vom schwanz gesteuert werden

kann es sein
das mann
mit dieser ansicht
nicht ganz falsch liegt

wenn es wirklich so ist
dann begrabe
ich meinen Intellekt
an der nächste straßenecke

  

Alexander Virchow

Dienstag, den 22. 08. 2000 - 10:07 Click here to edit this post
(Das kann sein.)

*Schaufel zuwerf*

;-)

  

Wolfgang Wilholm

Dienstag, den 22. 08. 2000 - 11:24 Click here to edit this post
mit stahlbeton ?

  

Alexander Virchow

Dienstag, den 22. 08. 2000 - 11:27 Click here to edit this post
Mit Stahlbeton und einem Eimer,
bekleckert Fuß und Kopf sich einer.

Schon fährt er nieder in die Gruft,
dies U-Boot heißt nicht Nautilus.

  

Wolfgang Wilholm

Dienstag, den 22. 08. 2000 - 12:18 Click here to edit this post
liegt der kahn
dann auf dem grund

sorgt der rost
sofort für schwund

  

Alexander Virchow

Dienstag, den 22. 08. 2000 - 12:33 Click here to edit this post


Abgeliebt, abgelebt
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Mit Schnellbeton und einem Eimer,
bekleckert Fuß und Kopf sich einer.

Schon fährt er nieder in Tiefe,
die Bahn, sie scheint mir eine schiefe.

Da bohrt er sich in Schlick und Schlamm,
er fühlt schon längst sich nicht mehr klamm.

Und die Moral von der Geschicht:
Nur der Schwanz drängte zum Licht.

  

Wolfgang Wilholm

Dienstag, den 22. 08. 2000 - 13:33 Click here to edit this post
nachgelebt

von der moral
gebeutelte schwänze
sitzen in stahlbetonierten straßecafe's
und drängen zum licht
mit angetrocknetem schlick
stinkendem schlamm am kragen
sinnen sie über das leben
und unter die schiefe bahn
gratene artgenossen nach
um zu keiner erkenntnis zu kommen