    Christine Mell von Mellenheim | Donnerstag, den 05. 10. 2000 - 15:55  was ist nun schön - die form? der inhalt? wahre schönheit kommt von innen sagt man doch ist es wahr was man so sagt wenn man's denn sagt? es ist alles nur ein spiel das ganze leben wichtig ist allein der spieler zu sein und nicht der gespielte |
    Steven Bollinger | Donnerstag, den 05. 10. 2000 - 17:57  unschoen zwischen gee whiz und ho hum ist immer nur ein furchtbar smaller grat und gar nicht viel weiter ist es bis zu oh god no und was ist langweiliger als ein liebespaar das privates oeffentlich ausdrueckt um dann im nachhinein so zu tun als waeren sie ueberlegen souveraen und nicht bloss missverstanden prahlend und ekelhaft wie einer ende 50 der denkt seine lang graue locken passen doch ganz gut zu ihm und scheint nicht zu wissen dass er eine halbe glatze und einen dicken bauch hat manchmal ist es schoen ein ringendes stoehnendes liebespaar zuzusehen aber eher selten die gardinen im schlafzimmerfenster schuetzen oefter die umwelt als die da drinnen |
    Christine Mell von Mellenheim | Freitag, den 06. 10. 2000 - 13:41  thank god it's friday zeit fließt wabernd durch löchrige synapsen klirrend schwirren elektronen durch neuronale netze red alert die rote diode glüht kopf schmerzt laut hirn brennt lodernd too much input stack overflow cerebrale krämpfe bringen muskeln zum tanzen die uhr schlägt fünf die transferleitungen kappen sich es ist freitag so ein glück |
    Steven Bollinger | Montag, den 09. 10. 2000 - 20:35  (Bitte um Entschuldigung, dass 'Poetry & Lyrik' ein paar Tage lang ins Archiv verschwand, weil ich eine Bemerkung der Eroeffnerin als Archivierungswuensch missverstand. Mea culpa, mea maxima, maxima culpa, Asche auf meinen Haupt usw. usw. Es kann weitergehen.) |
    Wolfgang Wilholm | Mittwoch, den 18. 10. 2000 - 13:27  so in den tag gesagt alles unsinn alles was ist sein wird werden soll ein bild des wahnsinns zeichnet den weg blöde glotzgesichter starren irre ins nichts ohne zu wissen was los ist nichts kapieren ist leicht wenn man alles weiß oder so tut um der wahrheit willen |
    Christine Mell von Mellenheim | Donnerstag, den 19. 10. 2000 - 16:47  wer im wahn der sinne den sinn des wahns sucht der wähne sich sinngemäß wahnsinnig? |
    Christine Mell von Mellenheim | Freitag, den 03. 11. 2000 - 11:36  november oder saltimbocca alla romana kalt bis auf die haut herbstelnd windet sich luft zwischen häusern klappernde zähne der minirockfrau takten stakkato den stöckelschuhen schmiegsam die haut des kälbchens (dein fleisch schmolz zart salbeiduftend im mund) fell abgezogen, geschabt, gegerbt ausgeblökt, schwarz gefärbt mantel im sonderangebot wild lederduftend den nebel durchdringend der metzgerknecht trocken und warm nassgeniestes höschen der minirockfrau kein mitleid! schrein gefallene blätter |
    Christine Mell von Mellenheim | Dienstag, den 14. 11. 2000 - 14:23  morgens, banal morgentau bröckelt reifig vom fenster bett und körper darin sind noch warm ein neuer tag droht mit broterwerb im focus unbezahlter rechnungen obschon der geruch von sex unter den decken lauert reißt ein kalter windhauch die leiber in die realität übelkeit steigt auf, heiß in den hals zum kotzen ist der geiz zu groß soviel kann niemand fressen wie da wieder herausmüßte und wieder entsteht irgendwo der vorsatz heute dem boss auf den tisch zu scheißen und wieder wird es beim vorsatz bleiben du feige sau |
    Wolfgang Wilholm | Dienstag, den 21. 11. 2000 - 12:59  Morgengrauen elitäre sackgesichter erscheinen unübersehbar und du hast noch nicht einmal die jacke ausgezogen penetrante telefone lärmen mit riesen echo in deinem kopf und das noch vor der ersten tasse kaffee vor einer halben ewigkeit im morgentau beim morgenstau hast du noch geglaubt es würde alles besser werden doch das morgengrauen nimmt kein ende jetzt mit einer großen tasse kaffee auch das telefon schweigt sitzt du hier an deinem tisch und stellst dir eine frage Warum bin ich nicht liegen geblieben??? doch die antwort ist einfach wenn auch nicht schön Es lebe der Broterwerb __________________ WW/20 |
    Christine Mell von Mellenheim | Mittwoch, den 22. 11. 2000 - 15:06  Na endlich rührt sich hier mal wieder was! Dachte schon, ich könnte den Laden wirklich dichtmachen! |
    Christine Mell von Mellenheim | Donnerstag, den 23. 11. 2000 - 09:36  können surreale schweine fliegen? Im herbst wenn nebel langsam von scheinwerfern erleuchtet wie tränen vom himmel fällt stellt sich eine frage können surreale schweine fliegen? auf dem weg zu einem ziel schweben wale geige spielend am morgenstau vorüber um farbige fontänen im bürofenster zu spritzen das ziel ist weg hinter buntverschmierten glasaugen verschwimmt nebelgleich die realität staut sich wabernd zwischen himmel und erde ein schwein hüpft pfeifend und auf einem bein im takt der walmusik vorneweg möcht' sich flügel wachsen lassen und in den himmel steigen aus dem wasser und blätter fallen losgelöst von der körperlast mit den walen vereint ziehen sie ihre kreise steigen immer höher und singen laut wenn auch nicht schön Die Kollaborateure 2000 (Projekttitel einer Kooperation) |
    Christine Mell von Mellenheim | Dienstag, den 20. 03. 2001 - 17:12  feierabend bunte kringel sonnengemalt spiegeln sich in pfützen aus schleim zwischen dicken brocken ausgekotzt vom erdboden still vor sich hin stinkend dicke kleine männer schleichen mit aktenkoffern voller heuchelei aus geduckten bürokomplexen noch scheiße hinter den ohren vom täglichen arschkriechen kaum sind die prollbenz‘ abgefahren folgt die dicktittige sekretärin des armanigewandeten oberbosses mit zwei eimern, in jeder hand einen über die brache hinter den gebäuden stolpernd peinlich berührt blickt sie um sich der pfennigabsatz steckt fest im dreck der inhalt, ausgegossen, spritzt auf ihr designerkostümchen angewidert stochert sie zurück in ihr office auf der tür steht in blindenschrift: ‚schleim bitte hier absondern‘ die amöben in den lachen freuen sich und drehen noch eine runde rückenkraul im frischen nachschub bunte kringel sonnengemalt spiegeln sich in pfützen aus schleim CMvM 2000 |