    Steven Bollinger | Donnerstag, den 04. 05. 2000 - 06:37  (Ha! Schon erledigt. Dieser Techkram ist gar nicht so schwer.) |
    Everyone | Donnerstag, den 04. 05. 2000 - 22:50  Hmmm ... um die Kiez-Verwirrung zu steigern ... bei allem Brimborium, mit dem sich die Berliner wichtig machen: Die Sache selbst ist höchst banal. Der Kiez ist nichts anderes als das Dorf in der Stadt: Es sind jene paar Straßen, in denen der klassische Berliner seine Eckkneipe besucht und die täglichen Einkäufe erledigt ... und die er, sofern er Rente oder Sozialhilfe bezieht, kaum je verlässt. Sein Horizont endet am Bahndamm oder an der Ausfallstraße, die das Revier begrenzen. Die Zuwanderer aus der Türkei haben die Idee des Kiezes mit neuem Leben erfüllt. An die Stelle der Eckkneipe ist in ihrem bevorzugten Wohngebiet das türkische Café getreten, an die Stelle des Schnapsladens der Obst- und Gemüsehändler. Natürlich haben auch die linksalternativen Zuwanderer der achtziger und die Trendsetter der neunziger Jahre versucht, das Kiezprinzip zu adaptieren. Aus der Provinz in die "Weltstadt" gezogen, schufen sie sich eine dörfliche Heimat. Eröffneten ihre "Kiezläden", in denen sie das Phänomen mit hohem theoretischem Aufwand erörterten. Sie schufen sich vom Bioladen bis zum Weingeschäft eine eigene Infrastruktur. Wer nun dem Kiez entfliehen will und seine Heimat in Berlin als Ganzem sucht, verzweifelt schnell. Er trinkt sein Bier heute im Prenzlauer Berg und morgen in Charlottenburg, kauft den Käse im französischen Kaufhaus an der Friedrichstraße und das passende Getränk in einer Wilmersdorfer Weinhandlung. Das mag in Paris nicht anders sein; Paris hat aber ein Zentrum, das seine Identität bestimmt, Berlin hat die Summe seiner Kieze. |
    Steven Bollinger | Donnerstag, den 04. 05. 2000 - 23:10  Zitat:Die Sache selbst ist hoechst banal.
Das bezweifelte kein Sekundelang. Zitat:...um die Kiez-Verwirrung zu steigern...
Sorry, das Gegenteil hast Du bewirkt. Wenigstens bei mir. Scheint also, dass es in Berlin wie in New York jede Menge Leute gibt, die eher selten mehr als 100 Meter weit von zuhause sind, und dann nur ungern. In Berlin: "Kiez". In New York: "neighborhood". (Ich bin zwar bisher nur einmal, nur eine Woche lang in Berlin gewesen. aber ich fand's ganz ganz prima. Wenn die Bewohner selbst -- wieder mal den New Yorkers aehnlich -- nicht ihre Stadt richtig zu schaetzen wissen -- naja, schade fuer sie.) |
    Amathalia | Freitag, den 05. 05. 2000 - 03:00  >In Berlin: "Kiez". In New York: "neighborhood". in köln: "veedel", einfach ein kölsches wort für (stadt)viertel. ich komm hier auch nicht aus meinem veedel raus (außer beruflich). gibt alles um die ecke gleich, supermärkte, apotheken, ärzte, kneipen, biergärten, buchläden, weinhandlungen, 2 märkte, kino, uni, beethovenpark, fischladen, gemüsestände, antiquitätenläden, post, banken, restaurants, computernotdienst, eine richtige einkaufsstraße, krankenhäuser, schwimmbad, beerdigungsinstitute - hmm .. der friedhof ist ein veedel weiter! |
    Annette Schneider | Freitag, den 05. 05. 2000 - 17:11  gibt alles um die ecke gleich, supermärkte, apotheken, ärzte, kneipen, biergärten, buchläden, weinhandlungen, 2 märkte, kino, uni, beethovenpark, fischladen, gemüsestände, antiquitätenläden, post, banken, restaurants, computernotdienst, eine richtige einkaufsstraße, krankenhäuser, schwimmbad, beerdigungsinstitute - hmm .. der friedhof ist ein veedel weiter! Wieder was gelernt. Für all dies müßte ich allerdings schauerlicherweise in den Nachbarkiez gehen. ;-) Um die Relationen klarzumachen. Sieht man von zwei Märkten, vereinzelten Kneipen und einem Kleinpark, der als Namensgeber den Bezugspunkt meines Kiezes bildet, mal ab. Everyone, grundsätzlich Zustimmung und Schmunzeln. Vielleicht als Ergänzung, daß es schon so etwas wie objektive Zugehörigkeiten zu einem Kiez gibt, also nicht nur subjektive Lebenszusammenhänge bedeutsam sind (das macht sich - z.B. - in Anschreiben der Anwohnervertretung und Einladungen zu Kiezfesten, aber auch in kommunalpolitischen Entwicklungsmaßnahmen bemerkbar). Die historische Entwicklung des Begriffs ist mir auch nach Nachfragen unklar. Offenbar gab es ihn aber auch zu DDR-Zeiten. |
    Steven Bollinger | Dienstag, den 20. 06. 2000 - 20:15  Was ist das denn: "Tacheles"? |
    Alexander Virchow | Dienstag, den 20. 06. 2000 - 20:24  Klare Worte. Offen miteinander reden, jemandem seine Meinung sagen, ihn zurechtweisen. Eigentlich immer in der Phrase (Jetzt wollen wir aber einmal) Tacheles reden. (Ursprünglich aus dem Jiddischen.) |
    Steven Bollinger | Dienstag, den 20. 06. 2000 - 20:31  Aha. Und ist "Tacheles reden" heutzutage in D. eine gaengige Redensart -- oder aber veraltet? |
    Alexander Virchow | Dienstag, den 20. 06. 2000 - 20:36  Eher veraltet, gängig bei mir. (Sollte Dir der Terminus beispielsweise in einer Email zugekommen sein, dann war die entweder von mir. Oder von der Popp.) |
    Steven Bollinger | Dienstag, den 20. 06. 2000 - 20:44  Nein, es war nicht in einer e-mail. Bin nicht mehr sicher, wo ich das Wort las. Vielleicht bei Boell -- oder bei Fontane. |
    Steven Bollinger | Dienstag, den 20. 06. 2000 - 20:51  Uebrigens, bei Boell -- obwohl es im grossen und ganzen klare und einfache Lektuere war -- habe ich viele Woerter gefunden, die in keinem von meinen Woerterbuechern standen, und habe mich gefragt, ob es vielleicht rheinischer Dialekt war. Beispiele weiss ich leider keine mehr, es ist einige Jahre her. |
    Hans Guenter | Dienstag, den 20. 06. 2000 - 20:59  Tacheles ist jedenfalls reinischer Dialekt. |
    Steven Bollinger | Dienstag, den 20. 06. 2000 - 21:04  OK, Ihr beide -- ist es Jiddisches, oder Rheinisches, oder Jiddisch-Rheinisches, oder was? |
    Alexander Virchow | Dienstag, den 20. 06. 2000 - 21:09  Ich spreche mit dem Wörterbuch, HG womöglich aus Erfahrung. |
    Amaranze | Dienstag, den 20. 06. 2000 - 22:18  es ist auch im rheinischen dem jiddischen entlehnt. doch worauf hg sicher aufmerksam machen wollte, hier durchaus üblicher sprachgebrauch und keineswegs veraltet. es wird hier aber leicht ironisiert gebraucht nach meinem sprachgefühl. wer hier ankündigt mit jemandem tacheles zu reden, der zieht ihm zwar freundschaftlich-streitend die hammelbeine lang, doch danach ist wieder alles okay und ein jeder kann das gesicht wahren. |
    Steven Bollinger | Freitag, den 23. 06. 2000 - 18:28  Yes, Alex: your English -- habe gerade mal wieder 'Messer im Ruecken' ueberflogen -- hurts. It hurts me so bad that I want to cry. Please let me know if there's anything I can do to help -- zumal in so einer Angelegenheit, wo ein besseres Englisch womoeglich dem ganzen Forum helfen koennte. |
    Everyone | Freitag, den 23. 06. 2000 - 18:46  (Dreeb! Dreeb! I am the Fuse Box Dwarf!) |
    Steven Bollinger | Dienstag, den 11. 07. 2000 - 20:51  (Yes, Everyone, you are the Fuse Box Dwarf. Dreeb, dreeb.) Was bedeutet die deutsche Redewendung "...und aus die Maus"? Auf Englisch sagt man, "The cat's out of the bag." -- was bedeutet, dass irgendetwas, das verborgen, geheimgehalten war, jetzt ploetzlich offensichtlich wird, sei es durch des Geheimnishalters Unschicklichkeit, sei es durch Enthuellung oder Verrat oder wie auch immer. Ist "aus die Maus" was Aehnliches? |
    Arno | Dienstag, den 11. 07. 2000 - 21:21  "Die Katze ist aus dem Sack" gibt es auch im Deutschen. "Aus die Maus" ist einfach ein kurzer Reim, der "Schluss" bedeutet. |
    Everyone | Dienstag, den 11. 07. 2000 - 21:25  Ende im Gelände. Aus die Maus. Schluss mit lustig. Schicht im Schacht. Finito. |
    Steven Bollinger | Dienstag, den 11. 07. 2000 - 21:29  Basta. Nuffs Enuff. That's all she wrote. That ship has sailed. The fat lady has sung. Elvis has left the building. |
    Everyone | Dienstag, den 11. 07. 2000 - 21:40  (The fat lady is in the dressing room, diving into the post-aria buffet.) |
    Steven Bollinger | Dienstag, den 11. 07. 2000 - 22:27  The train has left the station. The sun has set. Rosenkratz and Gildenstern are Dead. Lenin has reached the Finnland Station. The Ides of March have come. That's the name of that tune. Hast la vista -- baby. Have some lasagna, don't get any on ya. It is accomplished. That's a wrap. That's lunch. That's my cue. That's my ride. That's my cab. That's my wife. That's it. That's all. |
    Everyone | Dienstag, den 11. 07. 2000 - 22:44  (Avoid cliches like the plague.) |
    Everyone | Dienstag, den 11. 07. 2000 - 22:47  (Analogies in writing are like feathers on a snake.) |