The United States of America

High Debate: Politik & Gesellschaft: The United States of America
Ein Ort mehr, um amerikanische Geschichte, Gesellschaft, Wesen und Ereignisse zu diskutieren.

(Dieser Strang wurde gestiftet von Steven Bollinger.)
  

Steven Bollinger

Montag, den 20. 11. 2000 - 00:52 Click here to edit this post
Die Verfassung der Vereinigten Staaten. Diese Site, von Yale University, enthaelt auch sehr viele anderen Dokumente zur US-Geschichte.

  

Steven Bollinger

Donnerstag, den 07. 12. 2000 - 17:30 Click here to edit this post
Vor 59 Jahren, 7.12. 1941, bombadierten japanische Flugzeuge die amerikanische Marinienflotte zu Pearl Harbor, Hawaii, und damit waren die USA ganz ploetzlich mitten im Zweiten Weltkrieg.

Ganz ploetzlich, jedenfalls, schien es den meisten Amerikanern. Einige wohlinformierte Koepfe wussten schon lange, dass amerikanische Beteiligung am Krieg so oder so fast unvermeidlich waere, die Frage war bloss, wie lange noch sich ihre Neutralitaet sich bewahren liess.

Und strenggenommen waren sie ja eigentlich nie neutral: seit Mai 1940 hatte die US-Regierung recht gewaltigen Mengen von Waffen, Kraftfahrzeugen und anderem zum Krieg Notwendigen an Grossbritannien geliefert, Roosevelt war von jeher passionerter Gegener der Nazis gewesen.

Bloss: fast neun Jahre lang -- FDRs Amtantritt als Praesident erfolgte wenige wochen nach Hitlers als Kanzler -- war er das eher leise, offentlich wurde davon eher wenig die Rede, bevor Pearl Harbor. Denn FDR war ja auf populaere Unterstuetzung aufgewiesen, und den meisten Amerikanern haette der Krieg nicht egaler sein koennen. Die Haltung der Meisten, mit Blick auf Europa sowohl auch als auf Asien, war, ganz ohne Frage: lassen die dort doch einander schlachten und verrecken, was geht das uns an -- das heisst, gesetzt, sie nahmen erst wahr, dass anderswo auf der Erde Krieg war.

Ein so ploetzlicher Umschwung in der offentlichen Meinung wie der durch Pearl Harbor verursachte ist wohl kaum in der ganzen US-Geschichte festzustellen: 6. Dezember: wir wollen nix hoeren von Krieg. 8. Dezember: Japan, here we come! Ach, und -- ja, sehen wir mal, ist es Deutschland? oder Frankreich? -- Deutschland. Ach so -- Deutschland ist mit Japan alliert, also wir zeigen es den Nazis auch!

  

Steven Bollinger

Dienstag, den 12. 12. 2000 - 21:40 Click here to edit this post
Der Adel wurde mit der Amerikanischen Revolution abgeschafft?

Ein Missverstaendniss -- dem auch die allermeisten Amerikaner unterliegen. In der Wirklichkeit gab es in Britisch-Amerika vor der Revolution kaum einen Adel -- abgesehen von den koeniglichen Gouverneurs, die ja gegen die Revolution kaempften. Anfuehrer der Revolution waren allesamt Buergerliche -- die aber schon vor 1776 sehr ueppig, sehr in der Stil der europaeischen Hochadel lebte.

Und dass der Adel ueberhaupt foermlich verworfen wurde nach der Revolution, das ist nur um ein Haar so gekommen. George Washington, wenn er wollte, haette George I, Koenig der Vereinigten Staaten werden koennen. Aber er lehnte das feierlich ab. Seine Worte klangen hierin, wie oft, sehr demokratischer, als sein Leben aussah.

Seiner und der anderen Anfuehrer Ablehnung des Adels war bloss Formsache und Lippenbekenntnis. Die Amerikanische Revolution hat einen amerikanischen Adel erst geschaffen -- ein Adel, der es vorzog, sich anders zu nennen. Dieser Adel hat sich immer mehr von der Oeffentlichkeit versteckt. Nach John Quincy Adams wurde keiner mehr von ihnen Praesident. Der Adel bequemte sich mit muessigem Leben, der Fuehrung von Banken und Gerichten, und Eheschliessungen mit europaeischen Fuerstenhaeusern. Und bequemt sich mit solchem weitgehend noch heute, und versteckt sich, weitgehend, heute wie schon immer. In ihren Krisen laeutet das Sprichwort: 'Fools' names and fools' faces often appear in public places'.

Trotzdem: hin und wieder erscheint mitten im amrikanischen Adel ein Verraeter und plaudert oeffentlich ueber seine Familien und ihren Kreis: wie Henry James, wie Edith Wharton, wie Gore Vidal, wie Joan Didion.

  

Huck Finn

Dienstag, den 12. 12. 2000 - 23:27 Click here to edit this post
Naja.

Der europäische Adel war eine Kategorie der Abstammung, nicht des Wohlstands.

Ich sehe da schon erhebliche Unterschiede. Soviel ich weiß, hat Marx sie auch gesehen.

  

Steven Bollinger

Donnerstag, den 08. 03. 2001 - 18:30 Click here to edit this post
Vor ein paar Tagen gab es noch ein school shooting (Es gibt schon diesen knappen Begriff dafuer, und jeder versteht sofort, was gemeint wird.) Seitdem habe ich wohl ein paar Stunden Nachtrichtenberichte und Panal-diskussionen darueber im Radio und Fernseher gehoert und geguckt. Es gab darin jede Menge Rede ueber Kinder mit Problemen, ueber wie man sie rechtzeitig merken und helfen koenne -- aber, soweit ich bemerkte, kein Wort ueber gun control, kein Wort darueber, wieso denn dieser Junge ein Gewehr hatte, woher denn er's hatte.

Das Problem -- vielzuviele Gewehre, viel zu leicht zugaenglich, kinderleicht im woertliche Sinne -- scheint mir so himmelschreiend klar und offensichtlich wie das Unwillen seitens der meisten Amerikaner, dies einzusehen.


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