Was ist Politik? - Von der Fundamentalopposition in die Verantwortung

High Debate: Politik & Gesellschaft: Was ist Politik? - Von der Fundamentalopposition in die Verantwortung
Ich habe das bestimmte Gefühl und Grund zu der Annahme, daß wir hier in Kürze eine sehr ausführliche Diskussion zu verschiedenen Themata aus dem Bereich Politik bekommen werden, die immer auch unter dem Damoklesschwert Was dürfen Linke? geführt werden wird.

Vielleicht irre ich mich auch.

Sollte es aber zu dieser Diskussion kommen, so möchte ich, daß dieser Artikel nicht in Vergessenheit gerät.

Alexander Virchow den 21. Juni 2000
  

Annette Schneider

Sonntag, den 25. 06. 2000 - 19:48 Click here to edit this post
Wenn ich darf, gehe ich trotz aller Wertschätzung erstmal einfach an Angelika Beer vorbei. Und schreibe, was Linke m.E. tun sollten. Und was nicht. So aus praktischem Erleben.

Ich wohne in einem Bezirk, den man politisch getrost als ziemlich links bezeichnen kann. Die PDS bekommt hier 40% der Stimmen, die Grünen liegen zwischen 10 und 20% ...

Die Verbindungen der Szene zu den Kreuzberger Autonomen sind nicht schlecht. Dennoch kamen die zuletzt zur Maifeier nicht mehr zum Randalieren. Das dürfte Gründe haben, die in der Realitätsnähe liegen.

Das linke Milieu hier ist tatsächlich lokal engagiert. In genossenschaftlichen Projekten, Freien Trägern, kleinen Unternehmen, lokalen Umweltinitiativen etc. Einzelne, gut in die Szene eingebundene Leute schieben mitunter Beträge im sechs bis acht- oder noch mehr -stelligen Bereich über den Tisch. Für Bauvorhaben oder zukunftsträchtige Firmenprojekte.

Eine zunehmend blühende lokale Ökonomie.

Und das paßt so gar nicht ins schematische linke Weltbild der Kreuzberger Autonomenkreise. Denn eigentlich sind das ja Kapitalisten. Diese wiederum stehen der bundesrepublikanischen Demokratie an sich ähnlich gegenüber wie die Kreuzberger - kritisch. Insbesondere Globalisierungsphänomene und internationale Politik werden durchaus ähnlich beurteilt. Und man kennt sich von der ein oder anderen Demo.

Nur - die Realitätserfahrung ist eben eine andere. Oder das Ausmaß derselben.

Vor ein paar Jahren wurden Autos abgefackelt. Solche mit Firmenaufschrift. Bis heute ist nicht klar, wer das war, aber es kommen nur linke Kreise in Frage. Nun sind die Betroffenen samt und sonders kleine Handwerker, bei denen der Verlust des Wagens zum Teil nahe an die Existenz ging.

Den Wagen einer Sozialküche und eines schwul-lesbischen Projektes haben sie auch gleich mit erwischt, die können sich seitdem keinen neuen leisten. Das kann ich einfach nur als Idiotie ansehen. Wem bitte soll das nützen?

"Lokale Ökonomie", das Wort kommt überhaupt oder in positiver Bedeutung allenfalls in den gemäßigteren linken Kreisen vor. "Wirtschaft" hingegen (oder gar "Neue Wirtschaft") oder "Unternehmer" sind absolute ideologische "don't"-Worte in diesen Kreisen, was m.E. schon für eine ideologische Verengung spricht. Weshalb Buka Schröder als ehemaliger Antirevisionist wohl auch nach wie vor mit Vorliebe von "Ökonomie" und kaum von "Wirtschaft" spricht.

Naja, und dann der Sozialabbau. Die Rentnerarmut. Etc. pp. Also nicht, daß ich falsch verstanden werde. Ich bin schon der Ansicht, daß Rentner ihre Rente verdient haben und daß Menschen ein Recht darauf haben, daß es ihnen im Alter gut geht. Wer allerdings angesichts einer Rentenanpassung "lediglich" an das Inflationsniveau in Deutschland der Ansicht ist, daß deutschen Rentnern damit die Existenzgrundlage entzogen wird, der kann über Dänemark in seinem Leben noch nicht hinausgekommen sein.

Und damit kann man sich in meinen Augen eigentlich nur lächerlich machen.

  

Bernhard Feller

Freitag, den 24. 11. 2000 - 12:48 Click here to edit this post
Soll ich schlußfolgern, daß es sich bei der geistigen Elite um besonders unsichere Volksgenossen handelt?
Während des Studiums als kleine Lichter machen sie Männchen, kämpfen für ein paar Ideale, das gehört eben auch dazu, üben sich rechtzeitig darin, den Mantel nach dem Wind zu hängen, ehe sie im vollendeten Stadium zu vollkommenen Anpassungsakrobaten mutieren. Beispiele gibts genug bei den Lehren, Winkeladvokaten (Rechtsverdrehern), Kirchenfürsten, Gutachtern, um nur einige zu nennen, also quer durch die Gemeinde und nicht nur in der politischen Szene.

  

ANONYM

Freitag, den 25. 01. 2002 - 19:48 Click here to edit this post
@Bernhard Feller

Links heißt noch lange nicht intellektuell. Es kann auch heißen Idiot.


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