| | Donnerstag, den 25. 05. 2000 - 11:24 Da Retroviren die Erbinformation einer lebenden Zelle gezielt verändern, wurden sie besonders für die Gentechnik interessant.Genmutation durch Retroviren vs. von vornherein krebsbedingende Gene - ist das dann der Unterschied zwischen erblich bedingtem und sonstigem Krebs?
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| | Donnerstag, den 25. 05. 2000 - 11:36 Das ist EIN Unterschied. Erblich bedingter Krebs ist eben erblich bedingt. Nichterblichbedingter Krebs kann die verschiedensten Ursachen haben. (Strahlung, Vergiftung) Hauptsache, die DNA verändert sich. Nicht jede Virusinfektion des Zellkerns führt allerdings zu Krebs. Dies ist die seltene Ausnahme. (Nicht selten dürften Disposition und hinzutretende Veränderung zusammenwirken. Krebsentstehung ist eh ein komplexer Prozeß. Da müssen - nacheinander - eine ganze Reihe von Mechanismen kaputtgehen oder entstehen, um den zu ermöglichen. Und gerade wegen dieser vielen Stufen wird es sehr wohl Krebsimmunisierungen und allgemein wirksame Antikrebsmedikamente geben.)
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| | Sonntag, den 28. 05. 2000 - 20:01 Universität Pennsylvania beendet Menschen-Experimente In die Kritik geraten war das Institute of Human Gene Therapy der Universität von Pennsylvania, nachdem im vergangenen Jahr ein 18-Jähriger nach einer Gentherapie gestorben war. Die Universität kündigte nun an, in dem Institut statt klinischer Test nur noch Versuche mit Labortieren durchzuführen. Philadelphia - Die überraschende Ankündigung kam von der Präsidentin der University of Pennsylvania, Judith Rodin. Eine unabhängige Kommission zur Überprüfung des Gentherapie-Instituts hatte zuvor eine entsprechende Empfehlung abgegeben. In Zukunft sollen die Genforscher demnach nur noch molekular- und zellbiologische Methoden einsetzen und ihre Ergebnisse an Labortieren ausprobieren. Außerdem wird am Institut eine Institutional Review Board genannte Überprüfungskommission eingerichtet. Diese soll sich mit der ethischen Bewertung der Gentherapie beschäftigen. Von deren grundsätzlichem Erfolg sei man jedoch weiter überzeugt, sagte der Direktor des Institus, James Wilson: "Gentherapie hat riesiges Potenzial, eines Tages lebensgefährliche Krankheiten zu heilen oder zu verhindern." Die University of Pennsylvania hatte zuletzt die weltweit ersten Erfolge bei der Gentherapie von Blutern vermeldet, die auf einer Versuchsreihe, die schon im Jahr 1999 begann, beruhen. In die Schlagzeilen geraten war das Institute for Human Gene Therapy, nachdem dort im September letzten Jahres der 18-jährige Patient Jesse Gelsinger an den Folgen einer Immunreaktion auf gentechnisch modifizierte Schnupfenviren gestorben war. Die amerikanische Gesundheitsbehörde hatte im Januar einen vorübergehenden Stopp der Versuche verfügt, nachdem "zahlreiche, ernste Mängel" bei den Vorkehrungen zum Schutz der Patienten festgestellt worden waren. So hatte Institutsleiter Wilson Todesfälle von Versuchstieren und aufgetretene Nebenwirkungen bei Testpatienten verschwiegen. M.E. werden diese Fälle auf lange Sicht einen Fortschritt für die gentherapeutische Forschung bedeuten, weil erst Vorsicht zu deren Akzeptanz beitragen kann. Vor einiger Zeit hatte ich im Nanotechnologie-Forum einen link plaziert, in dem der Versuch beschrieben wird, virale Transporter bei der Gentherapie wegen des geringeren Risikos durch nanotechnologische Transporter zu ersetzen. Zu den Erfolgen bei der Gentherapie von Blutern dieser Link.
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 10:49 Diabetes-Typ I + II besiegt Dies ist wohl nicht zuviel gesagt, sollen doch die transplantierten Zellen ebensogut arbeiten, wie die körpereigenen. Um den Mangel an Spenderorganen zu beseitigen, lohnt ein Blick auf dieses Verfahren. Auch evtl. Abstossungsreaktion wären damit erledigt. Wenn man dann noch die Verabreichung auf eine normale IV-Injektion vereinfachen kann, bin ich vollauf zufrieden. Insgesamt kann man also sagen: Diabetes-Typ I + II sind zu einer harmlosen, leicht behandelbaren Krankheit geworden. Damit ist eine der degenerativen Erkrankungen gerade auch des höheren Alters Medizingeschichte. Was die Unsterblichkeitsfreunde unter uns mehr noch als alle anderen begrüßen werden.
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 11:59 Ich nehme an, dass sich die Verfasser der Original-Publikation zurückhaltender äußern werden. Aber sollte es wirklich so gut funktionieren, wie in obigem Bericht zusammengefasst, ist tatsächlich Grund zum Optimismus gegeben.
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 12:05 Einen Aspekt habe ich ganz übersehen, und der ist ja wichtig, wird doch immer und sehr kurzsichtig damit argumentiert, höheres Alter bedeutete immer höhere Gesundheitskosten: Gerade diese degenerativen, nicht heilbaren Krankheiten kosten die Masse des Geldes. Anders formuliert: Altern wird billiger. Diese Therapie wird, wenn ausgereift, sehr billig werden. Nicht nur relativ zu den heutigen Kosten, auch absolut.
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 14:16 Kleiner Nachtrag: Diabetes Typ II kostet DM 25 Milliarden jährlich allein in Deutschland. Und hier noch erheblich besserer Artikel als der oben, diesmal aus der Welt: Neue Therapieform für Diabetiker Wie weiter oben bereits angemerkt, steht also die Immunsuppression als Problem im Vordergrund. Wir brauchen letztlich individuell-gentechnisch erzeugte Therapeutika.
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 17:35 Das positive, vorwärtsgerichtete Denken von Standesvertretern - die ja von der Diabetes sehr gut leben, um nicht zu sagen, ohne diese wohl nicht leben könnten, - scheint hier auf. Was mich auch mal interessierte wären die weltweiten, jährlichen Kosten dieser Krankheit im Verhältnis zu den Forschungsausgaben für eine individualgenetische Therapie mit Heilungsziel.
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 20:38 Mich würde interessieren, bis wann mit der gentechnischen Herstellung von Blutkonserven zu rechnen ist.
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 20:46 Wäre dafür die Nanotechnologie nicht der bessere Weg? vorsichtig gefragt
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 21:35 Annette Gentechnische Herstellung von Blutkonserven? Wozu? Ich meine, es gibt künstliches Blutplasma, es gibt für Leute, die eine OP planen, die Möglichkeit der Eigenblutspende - da frage ich mich, wofür es sinnvoll sein sollte, das Zeug gentechnisch herzustellen? Wegen dem Mangel insgesamt? Oder wegen der Verunreinigung von Spenderblut? Möglich ist das bestimmt früher oder später. Aber richtig spannend finde ich es nicht. SoHo Die Nanotechnologie? Das habe ich jetzt nicht verstanden. Die soll Blut herstellen? Leichter, als die Gentechnik? Da kann ich nicht ganz folgen. vorsichtig geantwortet und zurückgefragt
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 21:58 Ist es nicht auch die Nanotechnologie, mit der man in der Lage sein wird, Strukturen auf atomarer Ebene zu "konstruieren" ? Funktioniert das denn nicht auch mit organischen Strukturen, evtl. mit dem Resultat, dass man Zellen/Zellstrukturen herstellen könnte ?
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 22:11 Sicherlich ist das grundsätzlich möglich. Aber das ist doch ungleich schwerer, als eine gentechnische Lösung. Ein paar blutbildenden Zellen zu sagen 'Bitte teilt Euch' dürfte ungleich leichter sein, als Maschinen zu entwickeln, die das mühsam von unten aufbauen. Anders gesprochen: Wo wäre der Vorteil? Außerdem kannst Du zellbiologische Prozzese durchaus selbst schon als Nano- oder wenigstens Mikromaschinen betrachten.
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 22:25 Wozu?Das hat einen ganz praktischen Hintergrund. Zu Eigenblutspenden ist ein erheblicher Teil der Betroffenen gar nicht in der Lage. Etwa bei Anämien oder Unfällen. Die Verunreinigung von Spenderblut halte ich für ein erhebliches Risiko. Einfach deswegen, weil vieles heute mangels Kenntnis gar nicht getestet werden kann. Oder damit geschlampt wird. Siehe Hepatitis C in den Achzigern. Hinzu kommt natürlich die Mangelsituation. Möglich ist das bestimmt früher oder später. Aber richtig spannend finde ich es nicht.Tja ich schon. Ich jedenfalls bin froh, solange ich auf keine Spende angewiesen bin. Und finde das Verfahren "vorgestrig".
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 22:37 Sicherlich wäre es erfreulich, gäbe es sicheres Blut im Überfluß. Nur richtig spannend finde ich es nicht. Es ist halt eine weitere Verbesserung, wie Laserbehandlung beim Zahnarzt oder gefühlsechte Präservative. ;-) Aber es wäre nix, was mich, würde ich es morgen in der Zeitung lesen, vom Hocker risse. Keine neue Qualität eben. Nur eine Verbesserung.
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| | Dienstag, den 30. 05. 2000 - 22:39 (Wäre trotzdem schön, wenn jemand was dazu sagen könnte!)
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| | Mittwoch, den 31. 05. 2000 - 17:31 Solange nur die Funktion des Bluts als Sauerstoff-Träger benötigt wird, kann ich mich an einen spektakulärern Tierversuch erinnern. Da reichte die Sauerstoffkapazität einer Flüssigkeit immerhin, um einer Maus das Leben darin zu ermöglichen. Das heißt, die Maus ertrank nicht, sondern atmete die Flüssigkeit. Und das ist schon einige Jahre her. Was den gentechnischen Ansatz angeht, so kann man inzwischen menschliches Hämoglobin in anderen Organismen herstellen. Eine Suche bei PubMed nach ["blood substitute"] brachte z.B. folgenden Abstract von 97: The current status of haemoglobin-based blood substitutes. (Cohn SM ) Haemoglobin-based red cell substitutes have recently passed a myriad of safety studies and are now undergoing efficacy evaluation. There are numerous potential benefits with use of these solutions: they are readily available and have a long shelf-life; do not require typing and cross-matching; are free of viral or bacterial contamination; lack the immunosuppressive effects of blood; and have a much lower viscosity than blood. One-third of the 10 million units of blood transfused in the United States each year is utilized in the emergency setting. Therefore, a safe, effective substitute for blood should have significant impact upon the way we resuscitate bleeding patients. In this article, the current status of the various haemoglobin-based red cell substitutes is reviewed.
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| | Mittwoch, den 31. 05. 2000 - 18:50 Vielen Dank!
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| | Montag, den 26. 06. 2000 - 12:26 Sich ewig regenerierende sowie im Verlustfall nachwachsende Zähne sind natürlich ein Muß für den biologisch nicht endlich sein wollenden Menschen. Ein durchaus realistisches und praktizierbares Muß, wie hier zu lesen steht. Gleichzeitig ist dies ein wunderbares Beispiel dafür, daß eine allgemeine, vereinbarte Zielbestimmung keineswegs erforderlich ist. Die Welt des Faktischen generiert den Fortschritt ganz aus sich heraus. An der Akzeptanz kann - Schritt für Schritt - kein prognostischer Zweifel bestehen.
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| | Freitag, den 04. 08. 2000 - 18:34 Wie lasse ich ein neues Auge wachsen?
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| | Dienstag, den 08. 08. 2000 - 02:02 Gentechnik läßt Kopfläuse platzen Schutzimpfung mit Antikörpern soll Verdauung der Blutsauger stören
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| | Sonntag, den 13. 08. 2000 - 20:07 Viel wahrscheinlicher als mit Biowaffen geführte militärische Auseinandersetzungen sind nach Ansicht Raymond Zilinskas vom Biotechnologie Zentrum der Universität Maryland biologische Terrorakte Krimineller auf die schutzlose Zivilbevölkerung. Er glaubt, es sei grundsätzlich keine Frage mehr, ob Terroristen statt Sprengstoff die Milzbrandwaffe anwenden werden, sondern nur wann.
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| | Dienstag, den 22. 08. 2000 - 09:04 Erst 0,5 - 1,0% der denkbaren Medikationsansätze entdeckt. So läßt sich dieser Artikel zusammenfassen: Schneller mehr und bessere Wirkstoffe für die Therapie Forscher setzen Ziele für das neue Millennium
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| | Montag, den 28. 08. 2000 - 17:22 Schlappe Herzen fittgespritzt!
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| | Dienstag, den 12. 09. 2000 - 12:14 .... Amerikanische Forscher haben nun in Zusam menarbeit mit einer Firma, die im «tissue engineering» engagiert ist, einen künstlichen Thymus gebaut. Dazu besiedelten sie ein schwammartiges Gebilde aus dem körperfreundlichen Metall Tantalum mit den spezialisierten Hilfszellen aus dem Thymus einer Maus. Sobald die Mauszellen am Gerüst festgewachsen waren, setzte man in diesen künstlichen Thymus menschliche Vorläuferzellen. Aus diesen können sich in der entsprechenden Umgebung T-Zellen entwickeln. Und tatsächlich erhielt man nach ungefähr zwei Wochen menschliche T-Zellen. Diese besassen eine Vielzahl von Spezifitäten und bewiesen in verschiedenen Tests ihre Funktionalität. Der grosse Vorteil des neuen Systems sei die geringe Variabilität zwischen aufeinanderfolgenden Versuchen, man könne also immer nahezu gleich gute und gleich viele T-Zellen von jedem künstlichen Thymus ernten, so die Wissenschafter. Die Anwendungsmöglichkeiten für derart gezüchtete T-Zellen sind vielfältig. Sie könnten bei Krankheiten eingesetzt werden, bei denen wenige T-Zellen vorliegen, wie Aids, nach einer Immunsuppression und Chemotherapie oder bei alten Patienten. Man spekuliert auch, ob man nun durch entsprechende Manipulationen der Hilfszellen oder der T-Zellen solche T-Zellen züchten kann, die gezielt Tumorzellen oder von Viren befallene Körperzellen bekämpfen. Doch noch ist unklar, ob die menschlichen T-Zellen durch das Heranwachsen in der Umgebung von Mauszellen irgendwie verändert werden, vielleicht sogar derart, dass sie menschliche Zellen als Feinde erkennen. ....
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