    Alexander Virchow | Montag, den 14. 05. 2001 - 18:33  Nein. Die Neutronenbombe ist meiner Erinnerung nach '77/'78 diskutiert worden. Das Konzept aber ist weit älter.
ich gehe in diesem Punkt mit dem Autor nicht konform Der Autor hat kein Konzept. Er läßt die Protagonisten gewissermaßen aus den Umständen handeln. Das ist was anderes. Es ist deskriptiv. |
    Steven Bollinger | Montag, den 14. 05. 2001 - 19:55  Wollte bisher nichts sagen, aber ich kann nicht laenger schweigen -- gibts eigentlich einen Grund, Alex, warum Dein Beitrag vom 7.04., und daher auch die folgenden, hier, und nicht vielmehr im SF-Strang, erschienen? |
    Alexander Virchow | Montag, den 14. 05. 2001 - 22:05  Ja. Weil's nicht als Genreliteratur veröffentlicht wird. Und weil der Autor kein SF-Autor ist. Aber wir können natürlich auch Faust unter Fantasy & SF abhandeln. Mit den ganzen Zaubereien. Wir können auch die Odyssee nach SF verlegen. Oder 1984. Genaugenommen können wir jede Literatur SF nennen, denn in aller Regel handelt es sich um ausgedachte Welten. Kein Agatha-Christie-Krimi schildert wahre oder auch nur wahrscheinliche Begebenheiten. Nie ritten Indianer wie Bekloppte auf die US-Kavallarie zu. Und auch die Brüder Karamasow haben nie gelebt. Die Trennlinien sind also unscharf. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, Genres zu bennen. Dabei fällt Malevil mE dem Mainstream zu. Aber Du kannst ja nach Lektüre Deinen Eindruck schildern. |
    Steven Bollinger | Dienstag, den 15. 05. 2001 - 00:24  Siehstu, das war der Grund, weil ich nichts sagen wollte. nicht als Genreliteratur veröffentlicht wird Oh silly me: das 'Science Fiction & Fantasy Club' auf dem Umschlag gab mir nen anderen Eindruck. |
    Alexander Virchow | Dienstag, den 15. 05. 2001 - 06:48  Bertelsmann Buchclubausgabe. In freien Verkauf - in France, zB - sieht das schon ganz anders aus. |
    Steven Bollinger | Dienstag, den 15. 05. 2001 - 07:12  Whatever. Nevermind. Sorry. |
    Christine Mell von Mellenheim | Mittwoch, den 16. 05. 2001 - 11:46  Quote:Der Autor hat kein Konzept. Er läßt die Protagonisten gewissermaßen aus den Umständen handeln. Das ist was anderes.
Na, ein Konzept muss er gehabt haben. Ohne Konzept kein Roman. Und dass Protagonisten sich beim Schreiben ohne zutun des Autors oder gar gegen seinen Willen verselbständigen, nun denn, das schaffen nur die absoluten Chaos-Autoren. So wirkt mir der Monsieur Merle aber nicht - dafür ist das Werk zu rund (siehe Ausblicke auf die Zukunft ganz am Anfang). |
    JaHa | Mittwoch, den 16. 05. 2001 - 11:50  wie soll er denn ein konzept haben...sein roman ist eine fiktion....vorstellung....etwas nicht "fassbares", weil nicht "erlebtes".... |
    Alexander Virchow | Mittwoch, den 16. 05. 2001 - 12:25  Hier gehen wohl das Romankonzept und das Moralkonzept koppheister. Natürlich hat Merle ein Handlungskonzept geschrieben, aber die Handlung ist keine Botschaft. Sondern ein Szenario. Würde ich zB ein Führer so einer Überlebendengruppe sein, würde ich entsprechend des geistigen Zustandes des mir unterstellten Personals unterschiedlich handeln. Wären das alles schwache Religiodebile: warum sollte ich sie nicht religiös stabilisieren? Solange ich es doch besser weiß.... Außerdem stünde es mir jederzeit frei, zu widerufen. Es hat schon Vorteile, das Führersein! |
    Christine Mell von Mellenheim | Mittwoch, den 16. 05. 2001 - 13:22  Gut, Du würdest es so tun, wie der Autor es in seinem Roman schildert. Ich in solch einer Lage würde etwas anderes tun. Insofern gehe ich mit dem Autor nicht konform. Ob das Führer sein für mich persönlich Vorteile mit sich brächte, wage ich zu bezweifeln. Wahrscheinlich bin ich als echter Teamarbeiter nicht dafür geschaffen. |
    Alexander Virchow | Mittwoch, den 16. 05. 2001 - 13:44  in solch einer Lage würde etwas anderes tun. Was denn? Hauptsache ist doch: die Leut arbeiten, alle sind leidlich nett zu einander, und die raren Weiber werden fair geteilt.  |
    Christine Mell von Mellenheim | Mittwoch, den 16. 05. 2001 - 14:19  Ich würde mir den Schuh nicht anziehen, sondern die Religion einem überlassen, der wirklich glaubt. In Malevil hätte ich Peyssou zum Pfaffen gemacht. Ein bisschen dumm und absolut loyal, also genau richtig für diesen lästigen Job. Dass die Weiber so rar sind, nicht nur in Malevil, sondern auch in la Roque und in der Gruppe der ausgemergelten Plünderer, finde ich sowieso nicht erklärbar. Da es mehr Weiber als Männer auf diesem Planeten gibt und Weiber bekanntlich zäher sind (höhere Lebenserwartung, mehr Fettgewebe etc.), da hätten in meinem Plot die paar Jungs mit der Weibermeute so viel zu tun gehabt, dass ihnen alle anderen dummen Gedanken vergangen wären. Hoppla! Da schreibe ich ja schon die Geschichte neu... |
    JaHa | Mittwoch, den 16. 05. 2001 - 14:22  ....also gehts mal wieder um machtgelüste? ....und eventuell auch um den trieb, die rasse mensch zu erhalten? ich muss doch nochmal im buch blättern....ist alles so lange her |
    Alexander Virchow | Mittwoch, den 16. 05. 2001 - 18:37  Ich würde mir den Schuh nicht anziehen, sondern die Religion einem überlassen, der wirklich glaubt. In Malevil hätte ich Peyssou zum Pfaffen gemacht. Ein bisschen dumm und absolut loyal, also genau richtig für diesen lästigen Job.
Nicht blöd. Beißt sich aber mit meiner Psychostruktur. Wenn schon, denn schon.
Dass die Weiber so rar sind, nicht nur in Malevil, sondern auch in la Roque und in der Gruppe der ausgemergelten Plünderer, finde ich sowieso nicht erklärbar. Reiner Zufall. Obwohl .... jede, die auf 'ne Besetzungscouch paßt, ist doch in dem Alter längst in der Stadt. |